Der Anfang vom Ende

103 Jahre nach seiner Uraufführung kehrt Rudi Stephans faszinierendes Bühnenwerk «Die ersten Menschen» an die Oper Frankfurt zurück

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Die Frage, was der Mensch sei (oder sein könne), ist von den Philosophen und Dichtern vieler Zeiten gestellt – und auch beantwortet worden. In den meisten Fällen fiel die Antwort eher ungünstig aus, am negativsten vielleicht bei Hölderlin, der, verkleidet als Hyperion, die Spezies fortlaufend dahinmodern sah, wie ein welkes Gewächs, welches sich selbst am Blühen zu hindern wusste. Noch drastischer fiel Gottfried Benns knappe Diagnose aus: «Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch.

» Beschaut man die Geschichte der Menschheit, gibt es wenig zureichende Gründe, an diesem Diktum zu zweifeln. Der Wurm war wohl doch von Anbeginn an drin.

Auch Otto Borngräber, ein heute vergessener Schriftsteller, fand in den Anfängen der Gattung höchstens den zarten Hauch einer Utopie. Nachzulesen ist es in jenem «erotischen Mysterium», das Rudi Stephan als Vorlage für seine Oper «Die ersten Menschen» diente und die biblischen Gestalten Adam und Eva sowie Kain und Abel in verklausulierter Form scheitern ließ, als Adahm und Chawa, Kajin und Schabel. Sie alle sind aus dem Paradies vertrieben worden und fristen nun ein elendes Dasein in einer Erdhöhle. Adahm sucht sein Heil in der Bewältigung des ...

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Opernwelt August 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Jürgen Otten

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