Debüt eines Jungspunds
Die Umstände, die die Uraufführung von Donizettis «Enrico di Borgogna» begleiteten, sind womöglich spannender als das Werk selbst. Als die Oper am 14. November 1818 im venezianischen Teatro San Luca erstmals über die Bühne ging, war sie nicht nur das öffentliche Debüt eines erst einundzwanzigjährigen Komponisten, sondern zugleich Teil eines gesellschaftlichen Ereignisses: der Wiedereröffnung des Theaters nach längeren Renovierungsarbeiten. Die Premiere verlief nicht ohne Turbulenzen.
Die erste Elisa-Darstellerin, Adelina Catalani, erlitt während des Finales des ersten Akts einen Schwächeanfall; Nummern mussten gestrichen werden, erst Wochen später konnte das Werk vollständig aufgeführt werden. Solche Episoden vermitteln einen lebhaften Eindruck vom oft chaotischen Theater -betrieb der frühen italienischen Romantik, den Donizetti später in seiner Satire «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» mit liebevoller Bosheit verewigen sollte.
Für das Teatro Malibran hat Silvia Paoli eine Inszenierung geschaffen, die genau an diesem Punkt ansetzt. Anstatt die historisch eher schematische Handlung mit pseudo-mittelalterlichem Ernst auszubreiten, richtet sie den Blick auf die ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Stefano Nardelli
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Glanz der Barockoper! «L’Ercole amante» von Antonia Bembo (um 1640 bis um 1720) wurde 1707 komponiert, aber erst 2023 konzertant, dann 2025 in San Francisco szenisch uraufgeführt. Erklärt sich dieser Verzug dadurch, dass die Autorin dem sogenannten schwachen Geschlecht angehörte, dessen Vertreterinnen im 18. Jahrhundert noch mehr als heute in der Komponisten-Zunft...
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