Das Museum lebt!

Counter­tenor Max Emanuel Cencic ist Initiator des Festivals «Bayreuth Baroque». Am Fuße des Grünen Hügels sollen zwischen dem 3. und 13. September Nicola Porporas «Carlo il Calvo», Leonardo Vincis «Gismonda» und Konzerte mit Stars wie Joyce DiDonato und Jordi Savall an die bewegte Geschichte des Bayreuther Barocktheaters erinnern

Opernwelt - Logo

Herr Cencic, was macht Ihnen mehr Angst – eine Infektion oder die Situation der Kulturszene?
Ich habe keine Angst vor einer Infektion. Wenn es einen erwischt, dann hat man halt Pech gehabt. Ich würde es natürlich nicht gern sehen, dass wir diese Ausnahmesituation bis September haben. Die Maßnahmen sind notwendig, ganz klar. An sich finde ich die Einschränkungen richtig. Panik entsteht nur durch ein Verhalten wie bei den Hamsterkäufern. Es ist doch völlig bescheuert, wenn die Leute die Klopapier-Regale leerkaufen.

Selbst bei einem totalen Shutdown werden wir nicht ohne Versorgung dastehen. Wir müssen das jetzt einfach durchstehen.

Mussten Sie in den vergangenen Wochen alles umplanen?
Nein. Wir tun alles, damit das Festival wie geplant stattfinden kann. Das Problem ist, dass sich in Bayern die Bestimmungen ständig ändern. Es ist also noch nicht ganz klar, wie viele Besucher wir im September tatsächlich ins Opernhaus lassen dürfen. Das ist zwar ein historisches Gebäude, aber technisch auf dem aktuellen Stand. Es gibt zum Beispiel eine neue Belüftungsanlage. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Besucher und Orchestermitglieder Masken tragen. Wir sind mit allen Ämtern in Kontakt und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Alles im Fluss

Sehnsüchtig blickt Catherine Malfitano zurück auf ihre Zeiten als Primadonna. Damals, anno 1992, drehte die amerikanische Sopranistin an den drei römischen Originalschauplätzen der «Tosca» an der Seite eines schwärmerischen Plácido Domingo jene Verfilmung des Puccini-Schockers, die den Realismus des Verismo im historischen Ambiente einzufangen suchte. In Aix...

Plurale Identität

Die Oper hat Felix Mendelssohn Bartholdy ein Leben lang beschäftigt. Schon als Kind entwarf er Szenen, die Fragment blieben, aber einen erstaunlich sicheren Umgang mit Stilspezifika des Musiktheaters zeigen. Der Plan einer Lorelei-Oper mit Emanuel Geibel war fortgeschritten und reichte bis in die letzte Lebensmonate. Das Ziel einer großen deutschen Oper hat...

Eigenmächtig

Das ist großsprecherisch, prahlerisch, Italien und die Gascogne in einem, und: es ist wahr!» Das schrieb Hector Berlioz 1855 anlässlich der ihm vom jungen Hans von Bülow und von Liszt abverlangten Revision seines «Benvenuto Cellini» von 1838 für dessen Weimarer Revival in den 1850er-Jahren. Er hatte bei der Uraufführung alle überfordert, die Ausführenden ebenso wie...