Das Museum lebt!
Herr Cencic, was macht Ihnen mehr Angst – eine Infektion oder die Situation der Kulturszene?
Ich habe keine Angst vor einer Infektion. Wenn es einen erwischt, dann hat man halt Pech gehabt. Ich würde es natürlich nicht gern sehen, dass wir diese Ausnahmesituation bis September haben. Die Maßnahmen sind notwendig, ganz klar. An sich finde ich die Einschränkungen richtig. Panik entsteht nur durch ein Verhalten wie bei den Hamsterkäufern. Es ist doch völlig bescheuert, wenn die Leute die Klopapier-Regale leerkaufen.
Selbst bei einem totalen Shutdown werden wir nicht ohne Versorgung dastehen. Wir müssen das jetzt einfach durchstehen.
Mussten Sie in den vergangenen Wochen alles umplanen?
Nein. Wir tun alles, damit das Festival wie geplant stattfinden kann. Das Problem ist, dass sich in Bayern die Bestimmungen ständig ändern. Es ist also noch nicht ganz klar, wie viele Besucher wir im September tatsächlich ins Opernhaus lassen dürfen. Das ist zwar ein historisches Gebäude, aber technisch auf dem aktuellen Stand. Es gibt zum Beispiel eine neue Belüftungsanlage. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Besucher und Orchestermitglieder Masken tragen. Wir sind mit allen Ämtern in Kontakt und ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel
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Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der starb, als in Berlin gerade die Cholera ausgebrochen war, hat darauf hingewiesen, dass wir erst mit dem Ende erkennen können, wann und wie etwas begonnen hat. Der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann sieht darin auch heute eine sinnfällige geschichtsphilosophische Feststellung: «Denn sie zeigt, dass die Einschätzung der...
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