Das Beste aus beiden Welten

Der Typ klassische Opernsängerin war Annette Dasch nie. Dafür steht sie dem Betrieb auch viel zu kritisch gegenüber. Glanz und Glamour sind ihre Sache nicht, ihr geht es um glaubhafte Verkörperung einer Figur und die jeweiligen gesellschaftlichen Kontexte. Ein Gespräch über zeitgemäßes Musiktheater, Auftrittsangst, gestische Klischeekisten und Humor

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Liebe Frau Dasch, Sie haben im Vorfeld darum gebeten, dass wir dieses Gespräch führen, während wir in Berlin rund um die Krumme Lanke gehen. Steckt in Ihnen immer noch die naturliebende Pfadfinderin?
Sie sind nicht der Erste, der danach fragt, aber es stimmt: Ich bin eine stolze Pfadfinderin! Oder besser: Ich bin es wieder. In den ersten 20 Jahren meiner Karriere hatte ich damit gar nichts mehr zu tun, weil ich so viel unterwegs war, und eigentlich dachte ich auch, ich sollte nicht mehr mit Lederhose und Gitarre über die Berge ziehen, ich war ja nun Sängerin.

Aber seit einiger Zeit gibt es einmal im Monat eine Sing-Runde hier in Berlin, und da sind eben auch noch einige alte Bekannte aus meiner früheren Mischpoke dabei. Und die war riesig; immerhin hatte der Landesverband rund 400 Mitglieder. Wenn es irgendwie geht, fahre ich nach Berlin und nehme an den Treffen teil, und manchmal geht’s sich in der Tat aus. Dann sitzen wir zusammen und grölen die schönen alten Lieder. Das macht ungeheuer viel Spaß. Kurzum: Die Pfadfinderin in mir lebt. Das spüre ich übrigens in allen Lebensbereichen: Ich habe früh gelernt, wie man sich in der Gruppe gut verhält; dass man andere ausreden lässt, ...

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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Interview, Seite 40
von

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