Chapeau!
Täuscht es, oder hat Jules Massenet die Aktschlüsse seiner Werke tatsächlich zum Reinklatschen komponiert? In Paris funktioniert es. Die letzten Takte des «Cid» gehen bruchlos im Jubel eines kompositorisch zum Klatschen verleiteten Publikums auf. Man dürfte früher noch stärker derlei Ritualen gefolgt sein – als man sie noch gewohnt war. Der letzte «Cid», nachdem das Werk 1885 mit Jean de Reszke in der Titelrolle hier uraufgeführt wurde, stand 1919 auf dem Spielplan des Palais Garnier.
Über viele Jahrzehnte hatte man die eigene Tradition brachliegen lassen, nun stand in Frankreichs Kapitale die Wiederentdeckung von gleich zwei bedeutenden Werken aus dem 19. Jahrhundert an.
Beginnen wir mit Massenet. Zu lange wurde der technisch zuverlässigste Konfektionär der Belle Époque als Ausweichlager für italienische Sänger missbraucht, denen es auf dem eigenen Felde zu langweilig geworden war. Genau genommen, denkt man beim «Cid» heute an Plácido Domingo oder José Cura, die dem maurenzwingenden Heerführer das richtige Hispano-Heißblut, nicht aber die französische «clarté» leihen konnten. Das merkt rasch, wer Roberto Alagna – in Frankreich geboren und aufgewachsen – bei seinem zweiten Übertritt ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Kai Luehrs-Kaiser
Als Fritz Busch in den 1930er-Jahren in Glyndebourne Mozart aufführte, ließ er die Rezitative selbstverständlich von einem Konzertflügel begleiten. Erst nach 1950 sollte sich das Cembalo als Begleitinstrument durchsetzen – bei Mozart, bei Rossini und noch für eine späte Oper mit recitativi semplici wie Donizettis «Liebestrank» von 1832.
Diese Entscheidung beruhte...
Ja, so kann es wohl klingen, das «Unbehagen über den Zustand unserer Welt». Pascal Dusapin spricht davon im Zusammenhang mit seiner neuen Oper «Penthesilea», in der er quasi zu sich selbst gekommen sei, wie er der Journalistenrunde mit leisem Lachen sagt: Auch die früheren Opern seien Versuche gewesen, eine «Penthesilea» zu schreiben, aber erst jetzt sei...
Central City Opera
Im Überschwang des Goldrauschs baute sich Central City ein eigenes Opernhaus. Wie so viele Städte in den Rockies. Rund 100 Jahre später gab es in der Stadt weniger Menschen als Plätze in der Oper. Das Theater hat’s überlebt – Spielhöllen sei Dank.
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Am liebsten tingelt Angelika Kirchschlager durch die Dörfer, um in ScheunenLieder zu...
