Brillantes Patchwork
Thetis galt als die schönste Tochter des Meeresgottes Nereus; Peleus wiederum war ein normaler, sterblicher Mann, vielleicht ein bisschen der Typus macho mediterraneo. Als er die in einer Grotte schlafende Nymphe sah, überwältigte er sie und ließ sie nicht mehr los, obwohl sie sich ihm durch allerlei Zaubertricks zu entziehen suchte. Doch sein respektloses Zupacken hatte auch ein Ergebnis: den gemeinsamen Sohn Achilles.
Bei Peleus’ und Thetis’ von den Göttern frequentierter Hochzeit brachte Eris, die Göttin der Zwietracht, aus Wut darüber, dass sie nicht eingeladen war, übrigens jenen goldenen Apfel ins Spiel, der in weiterer Folge den Trojanischen Krieg auslösen sollte. Diese Geschichte nahmen Rossini und sein Librettist Angelo Maria Ricco 1816 zur Vorlage für die azione coro-drammatica «Le nozze di Teti e di Peleo».
40 Jahre später weilte der Komponist in Wildbad zur Kur. Das dort 1989 erstmals durchgeführte Festival «Rossini in Wildbad» nimmt auf Rossinis Aufenthalt im Schwarzwald Bezug, obwohl er damals fast völlig der Musica Addio gesagt und sich eher den Kochtöpfen zugewandt hatte. Immerhin versorgt das Festival die Welt alljährlich mit Spezialitäten von der reichen ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Gerhard Persché
Im April 2007 fand, schon lange überfällig, in Salzburg ein internationaler Strawinsky-Kongress statt, der einen doch leicht konsterniert zurückließ. Vergegenwärtigte er doch noch einmal die ein halbes Jahrhundert zurückliegende Kontroverse über Theodor W. Adornos «Philosophie der neuen Musik», samt ihrer Suche nach der «wahren» authentischen Moderne im Lichte der...
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt...
Als «hübsche Liederchen», die ihn hin und wieder zu einem Besuch der Dresdner Oper verlockten, soll der Leipziger Thomaskantor Bach die Arien seines Kollegen Johann Adolf Hasse bezeichnet haben. Diese Anekdote kommt einem in den Sinn, wenn man «Enea in Caonia» hört. In der Tat ist es vor allem die vokale Eleganz des galanten dolce stil novo, die diese 1727 aus...
