Bloß kein Pathos!
Der Etat gäbe es her. Kelch, Speer, etwas rote Farbe für die Wunde, all das könnte sich das Landestheater Niederbayern schon leisten – auch wenn man naturgemäß klamm ist. Allein: Nichts davon ist zu sehen in diesem «Parsifal». Als Amfortas am Altar steht und das verdeckende Tuch wegzieht, ist da: nichts. So entzückt die Ritter auch die Leerstelle betrachten und ihr die Hände entgegenstrecken. Eine Hintergründigkeit mit häretischem Potenzial.
Was, wenn sich da eine Ritterrunde versammelt zum regelmäßigen Ritual, obwohl es dafür keine Utensilien, keine Nachweise gibt?
Wer’s glaubt, wird selig: Der regieführende Intendant Stefan Tilch erlaubt sich einen Seitenhieb auf alle möglichen spirituellen Gemeinschaften, die über objektiv Nachprüfbares bekanntlich schwer funktionieren können. Zu erleben ist das alles im Theaterzelt am Rande von Landshut. Und es ist ein weiterer Beweis: Vor XL-Opern hat das Landestheater nie Angst gehabt, auch wenn man hier – wie an den weiteren Spielstätten Passau und Straubing – Bühnen im XS-Format zur Verfügung hat.
Als Intendant Stefan Tilch vor 24 Jahren hier startete, riskierte er gleich einen «Rosenkavalier». 2014 dann der Einschnitt: Das historische ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Peter Krause
Das Geständnis ist kurz. Kaum zwei Minuten dauert die schwärmerische B-Dur-Arie «Donna non vidi mai simile a questa!», in der Des Grieux mit lakonischen Worten erklärt, dass er noch nie eine solche Frau gesehen habe – und dass er sich ohne Umschweife heillos in sie verliebt habe: «Io t’amo.» Ihre Stimme ist es zuallererst, die ihn im Innersten berührt, dabei hatte...
Gut sehen tue ich schlecht, aber schlecht hören tue ich gut»: Was spitze Zungen zuweilen als angebliches Kriterium für die Aufnahme in die Zunft der Musikkritik nennen, bildet im Falle der «Pirates of Penzance» die Grundbedingung des Stücks. Zumindest zu 50 Prozent. Weil nämlich Ruth, einst Kinderfrau in einem respektablen englischen Haushalt, nicht besonders gute...
Nach einem halben Jahr kommt wieder ein Korb voller Überraschungen aus London: mit dem siebten Album der Gesamtaufnahme von Donizettis Sololiedern. Für den krönenden Abschluss des Opera Rara-Projekts fehlt nur noch eine Aufnahme; diese sollte im Herbst erscheinen.
Man stelle sich vor, kürzlich habe eine Spürnase in einem abgelegenen Kloster 15 völlig unbekannte...
