Bloß kein Pathos!

Nachrichten aus dem Wagner-Land: In Landshut verabschiedet sich die Theaterleitung mit «Parsifal», in Hamburg wird Peter Konwitschnys legendärer «Lohengrin» wiederaufgelegt

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Der Etat gäbe es her. Kelch, Speer, etwas rote Farbe für die Wunde, all das könnte sich das Landestheater Niederbayern schon leisten – auch wenn man naturgemäß klamm ist. Allein: Nichts davon ist zu sehen in diesem «Parsifal». Als Amfortas am Altar steht und das verdeckende Tuch wegzieht, ist da: nichts. So entzückt die Ritter auch die Leerstelle betrachten und ihr die Hände entgegenstrecken. Eine Hintergründigkeit mit häretischem Potenzial.

Was, wenn sich da eine Ritterrunde versammelt zum regelmäßigen Ritual, obwohl es dafür keine Utensilien, keine Nachweise gibt?

Wer’s glaubt, wird selig: Der regieführende Intendant Stefan Tilch erlaubt sich einen Seitenhieb auf alle möglichen spirituellen Gemeinschaften, die über objektiv Nachprüfbares bekanntlich schwer funktionieren können. Zu erleben ist das alles im Theaterzelt am Rande von Landshut. Und es ist ein weiterer Beweis: Vor XL-Opern hat das Landestheater nie Angst gehabt, auch wenn man hier – wie an den weiteren Spielstätten Passau und Straubing – Bühnen im XS-Format zur Verfügung hat.

Als Intendant Stefan Tilch vor 24 Jahren hier startete, riskierte er gleich einen «Rosenkavalier». 2014 dann der Einschnitt: Das historische ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Peter Krause

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