Bildertheater

Puccini: Tosca an der Staatsoper München

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Sie heißen Fürst Blangis, Präsident Durcet, Curval, einer ist schlicht der «Bischof». Irgendwann tauchen sie auf, als Figuren eines Skandalfilms, zwischen gefangenen Lust -knaben, Soldaten und gaffenden Menschen. Und schon bald ist nicht mehr klar: Was ist Realität? Was nur nachgestellt? Wobei es sich doch eigentlich um «Tosca» handelt – doch tut das an der Bayerischen Staatsoper erst mal nichts zur Sache. Kornél Mundruczó, als Kinoregisseur sozialisiert, riskiert die Hommage an einen großen, umstrittenen Kollegen.

Sein Cavaradossi ist niemand anderes als Pier Paolo Pasolini, der hier seine «120 Tage von Sodom» (im Original «Saló») dreht. Spielort ist exakt jene Villa in diesem Gardasee-Ort, an dem faschistische Perverslinge ihre Fantasien ausleben. Der Sittenpolizei um Scarpia, obgleich sexuell ebenfalls auf Abwegen unterwegs, gefällt das nicht. Und zwischen den Welten wandelt eine Diva, Tosca, tut es mit Allusionen an Pasolinis Muse Maria Callas, die daran zerbricht.

Viele konzeptuelle Prämissen sind das, zumal Mundruczó die Ebenen auch noch überblendet. Ohnehin hängt ein großes Fragezeichen über der Aufführung. Denn braucht «Tosca», dieses auf einen perfekten Dreiecks-Thriller ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Markus Thiel

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