Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle
Die Unsitte, Klassik-Stars wie ihre Kollegen aus der Pop-Branche als Sexsymbole zu verkaufen, treibt weiterhin seltsame Blüten. Die EMI glaubte nun, ein anspruchsvolles Programm mit dem verheißungsvollen Titel «Midsummer Night» durch Hochglanzfotos der Interpretin «an den Mann» bringen zu können. Die englische Sopranistin Kate Royal, durchaus mit Model-Qualitäten ausgestattet, versucht in diskret animierenden Posen, von einer zartrosa Robe luftig umhüllt, erotische Begehrlichkeiten zu wecken. Ihre vokalen Enthüllungen sind dagegen nicht besonders spannend.
Ihr schlanker, in der Höhe zunehmend mager werdender Sopran verfügt nur über wenige Farben, und ihr Vortrag zeichnet sich kaum durch gestalterische Fantasie aus. Da wird von Dvoráks Rusalka über einige Klassiker der englischen und amerikanischen Oper des 20. Jahrhunderts bis hin zu Lehárs Vilja-Lied und Korngolds «Glück, das mir verblieb» stilistisch alles über einen Leisten geschlagen. Der Hörer ermüdet rasch, was durch die teilweise unerträglich breiten Tempi des Dirigenten Edward Gardner noch verstärkt wird, der mit dem Orchester der ENO einen zähen Einheitsbrei anrührt.
Magdalena Kozená präsentiert sich auf ihren Booklet-Fotos ...
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Joseph Haydn schien mit seinen Lebens- und Schaffensumständen nach außen hin stets d’accord; ein «Homo politicus» war er wohl nie. Hanns Eisler umso mehr; im Gespräch mit Hans Bunge tadelte er denn auch das «zurückgebliebene gesellschaftliche Verhalten» mancher Musiktitanen. «Selbst bei dem größten Musiker der Menschheitsgeschichte, bei Mozart, ist noch das Klirren...
«Das Leben ist kein Wartesaal», seufzt der schöne Bariton, der im richtigen Leben Sebastian Geyer heißt und an diesem Abend wechselweise Monsieur Juste und Arthur de St. Barbe darstellt. Recht hat er, denn ihm hat das Warten rein gar nichts genützt. Zwar ist ihm auf der Jagd glatt eine Fee in die Falle gegangen, die ihm drei Wünsche erfüllen wollte, wenn er sie nur...
Das schöne, wilde Tier reizt unablässig Theater und Regisseure. Direkt nach Calixto Bieitos exzessiver Strip- und Seelenorgie in Basel folgten zwei weitere Inszenierungen: an der Opéra de Lyon und am Staatstheater Wiesbaden, wo «Lulu» anspruchsvoll die Maifestspiele eröffnete.
Im Vergleich der Aufführungen könnte man sagen: Mit Bergs «Lulu», die natürlich auch...
