Auweia!
Rien ne va plus? Au weia!» Mit diesem Geflachse, als hätten sie’s geahnt, beginnt das Editorial der Stuttgarter «Oper im Winter» zur Aufführung von Ralph Benatzkys «Casanova» auf Musik von Johann Strauss. Einen solchen künstlerischen GAU hat das Haus seit 2006 nicht mehr erlebt. Damals kam Klaus Zehelein bei seiner allerletzten Premiere der Regisseur abhanden, diesmal kam dem Regisseur unter kräftiger Nachhilfe der hauseigenen Dramaturgie das Stück abhanden.
«Casanova», 1928 einen Tag nach der Premiere von Brecht/Weills «Dreigroschenoper» uraufgeführt, war einer der spektakulärsten Erfolge des Berliner Unterhaltungstheaters – eine Revue-Operette über Liebe, Begehren, Verführung und Sexualität, mehr Music-Hall als Schauspiel, mehr Nummern-Show als Handlung.
In Stuttgart wird der männliche Blick des Stücks um eine aktuelle weibliche Perspektive erweitert, den häppchenweise zwischen die Musik parzellierten Text Judith Schalanskys über die antike Dichterin Sappho. Man fühlt sich in dieser «Diskurs-Operette» auf eine Schulbank versetzt – umso mehr, als die Mezzosopranistin Maria Theresa Ullrich als Barberina die papierenen Belanglosigkeiten mehr schlecht als recht über die Rampe ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Uwe Schweikert
arte
02.02. – 02.20 Uhr
Lisa Batiashvili und Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gab am 15. März 2022 in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Alan Gilbert ein Solidaritätskonzert für die Ukraine. Mitwirkende waren an diesem Abend mit Werken von Bach, Dvořák, Loboda und Verdi die Geigerin Lisa Batiashvili, die...
Erstaufführung I
Ein Tinnitus-Geräusch wird zur Oper: Eine Frau kann nicht mehr schlafen, weil sie von einem tiefen Brummton heimgesucht wird. Anderen geht es ähnlich, ein Philosoph vermag offenbar zu helfen. 2022 wurde der Opernthriller «The Listeners» der US-Amerikanerin Missy Mazzoli in Oslo aus der Taufe gehoben. Wir berichten von der Deutschen Erstaufführung...
Der wichtigste Protagonist bleibt ungesehen. Weder im Klappentext noch im Hauptteil des Bildbandes «Through the Looking Glass», der Arbeiten des Münchner Theaterphotographen Wilfried Hösl aus 39 Jahren dokumentiert, ist sein Porträt zu sehen. So bleibt der Mann hinter der Kamera ohne Gesicht, dessen Bilder zwei Generationen von Theater-, Ballett- und Operngängern...
