Ausflüge in eine andere Welt

Von Hause aus ist er Schauspielregisseur und als solcher sehr erfolgreich. Seit mehr als zehn Jahren belebt TILMANN KÖHLER aber auch die Opernszene mit durchdachten, feinnervigen, subtilen Inszenierungen. Ein Gespräch über Vertrauen, das inszenierte Spiel, die Faszination von Händels Bühnenwerken sowie die Frage, ob der Osten wirklich eine Erfindung des Westens ist

Opernwelt - Logo

Herr Köhler, ein Kritikerkollege aus dem Schauspiel hat Sie einmal einen «Theatermacher essenzieller Zeichen» genannt. Haben Sie eine Ahnung, was er damit sagen wollte?
Es ist immer schwer, so etwas selbst einzuschätzen. Aber in meiner Auseinandersetzung mit den Stücken geht es nie um Zeichen – es beginnt immer mit dem Konzept. Sowohl im Schauspiel als auch in der Oper denke ich aus dem Inhaltlichen, daraus ergibt sich dann die jeweilige Ästhetik. Und die entsteht bei mir ganz stark in der Zusammenarbeit mit meinem bewährten Team.

Ob diese Ästhetik essenzielle Zeichen enthält, vermag ich nicht zu sagen, das müssen andere beurteilen.

Der Begriff «essenziell» ist ja vor allem als Kompliment zu verstehen, und Zeichen werden, im Schauspiel wie in der Oper, dazu benutzt, um einen Vorgang anzutreiben, um diesem Vorgang eine Bedeutung zu geben, ihn plausibel zu machen ...
Es geht in unseren Gesprächen ganz oft um Reduktion und insbesondere meinem Bühnenbildner Karoly Risz immer um zwei wesentliche Fragen: Wie abstrakt darf ein Raum sein und wie kann er trotzdem im Heute landen? Also, wie kann der Raum eine Zeitlosigkeit evozieren und zugleich stark mit dem Heute verbunden sein? Seine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Interview, Seite 48
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Die Sendung mit der Maus

Manchmal wäre es besser, kein Radio zu haben. Das wird sich auch Doktor Pietro Bartolo denken, der wuselige Chef eines Genlabors, das munter mit Mäusen hantiert, verbreitet doch das altehrwürdige Gerät mitten in seine emsige Tätigkeit hinein detestable Nachrichten. Des Doktors hehre Hoffnung, für seine (illlegalen?) Forschungen den Nobelpreis zu erhalten,...

Konstruktion des Organischen

Er zählt zu den eigenwillig schillernden, ihre künstlerische Individualität konsequent, nie lautstark verteidigenden Figuren der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Umso bohrender in ihrer geisterhaften Komplexität ist York Höllers einzige Oper, die moderne Faust-Legende «Der Meister und Margarita» auf Michail Bulgakows gleichnamigen Roman. Nur wenige...

TV, Streams, Kino 1/24

alpha
01.01. – 19.05 Uhr
Opern- und Operettengala
In einem Konzert aus dem Herkulessaal präsentierten Ivan Repušić und das Münchner Rundfunkorchester 2015 mit Golda Schultz und Sergey Skorokhodov einen Abend quer durch das Belcanto-Repertoire.

arte
01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert aus Venedig
Fabio Luisi und das Orchestra del Teatro La Fenice eröffnen das Jahr...