Aus dem Leben eines Taugenichts

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Bestimmt haben Sie sich auch schon mal im Fernsehen das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker angesehen (oder wenigstens kurz zugeschaltet). Ziemlich süß und schwer verdaulich, diese Walzer-Programme, besonders nach einer durchfeierten Nacht. Hat natürlich was, so eine Tradition. Obwohl, inzwischen ist das wohl vor allem ein Exportartikel. Wer da im Takt der «schönen blauen Donau» mit seinen Klunkern klimpert, kommt eher aus Yokohama als aus Wien, Graz oder Linz.

Es ist ’ne Weile her, dass ich mir das reingezogen habe. Carlos Kleiber dirigierte.

Bestimmt war der kein Neujahrs-Fan! Ich mag Neujahr nicht. Der 1. Januar markiert keinen Anfang, sondern das Ende – meiner Weihnachtsferien. Normalerweise liegt der Tag mitten in einer Probenphase, und ich muss direkt zurück in eine Stadt, die ich entweder nie mochte oder schon satt habe. Kofferpacken und Sorgen um die postfeiertägliche Leere auf dem Konto, so sieht’s aus. Wenn ich besonders großes Pech habe, bin ich schon in der Stadt, die ich nicht mag oder schon satt habe. Wie an jenem Silvester damals in der Schweiz, als wir Matinee-Premiere hatten. Klar, eine Premierenparty gab es. Aber natürlich war die an einem Spätnachmittag ...

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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Mal ehrlich..., Seite 73
von Christopher Gillett

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57. Jahrgang, Nr 1
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
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