Auf Irrwegen
Es ist nicht mehr als ein Wort, ein Wörtchen nur – der winzige Seufzer «Ah!». Was Camille Saint-Saëns daraus aber macht in der Vokalise «Le Rossignol et la rose» aus seiner weithin unbekannten Bühnenmusik zu Jane Dieulafoys Schauspiel «Parysatis», weist ihn als ingeniösen Komponisten aus. Wie auf einer Wolkenbank schwebt die Stimme der Nachtigall, von samtig-seidenen Streicher-Arpeggien untermalt, in Melismen, Arabes -ken und Girlanden durch den duftenden Zaubergarten dieser auch harmonisch äußerst reizvollen Musik.
Und genauso singt Serena Sáenz dieses kompositorische Kleinod auch: in feinsten dynamischen Schattierungen, schwelgerisch-schwärmerisch, mit aparter Artikulation. Nur eines wird nicht erst in diesem Stück evident: dass die spanische Sopranistin in höheren Gefilden zu einer Fragilität neigt, die sie unweigerlich in Gefahr bringt.
«Birds» heißt das Album, dessen Cover so fürchterlich ist, wie ein Cover nur sein kann (vor allem, wenn man im Booklet dann ein «normales» Foto der Sängerin entdeckt; kaum zu glauben, dass es dieselbe Frau sein soll). Das ist keine Frage des Geschmacks mehr, das ist der unsinnige Versuch, dem Ganzen eine Erotik einzuhauchen, die aber gerade ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 38
von Virginie Germstein
Die musikalische Magie der letzten Szene wirkt immer. Zunächst nimmt die hohe Feenwelt mit ihrem wundersam galanten, überirdisch in Fis-Dur glitzernden Prozessionsmarsch Abschied: Oberon, Tytania und auch ihr ganzer Hofstaat, hier blitzsauber gesungen und witzig dargestellt von den hervorragenden Kindern der Singschul’ der Oper Graz. Man will sie ob der...
Sinnsuche
Eine Oper? Noch vor einigen Jahren war Rebecca Saunders sicher, dass dieses Genre nichts für sie sei. Zu komplex, zu weit weg von ihren Idealen. Nun hat die britische Komponistin ihre Meinung geändert. An der Deutschen Oper Berlin kommt ihr Musiktheater «Lash» auf ein Libretto, das sie gemeinsam mit dem Videokünstler Ed Atkins geschrieben hat, heraus. Wir...
Der Salone al Piano Mobile im Palazzo Bonelli zu Rom knisterte förmlich vor Spannung an diesem Ostersonntag des Jahres 1708. Und das hatte einen guten Grund: Zur Uraufführung gelangte ein Oratorium des studienhalber in der Stadt am Tiber weilenden Hallensischen Komponisten Georg Friedrich Händel. Marchese Francesco Maria Ruspoli, der Hausherr, hatte ihm eigens den...
