Auf der Höhe
Erst in jüngerer Zeit ist Pauline Viardot, eine der großen Primadonnen des 19. Jahrhunderts, auch als Komponistin wieder wahrgenommen worden. Ihre französischen Lieder sind in diversen Recitals mittlerweile auch auf CD zugänglich. Das vorliegende Album der deutsch-griechischen Sopranistin Miriam Alexandra konzentriert sich nun ganz auf die Zeit von 1863-71, Viardot hatte sich von der Bühne zurückgezogen und in Baden-Baden niedergelassen. Hier führte sie einen Salon, in dem die Größen des damaligen Kulturlebens, aber auch der Politik ein und aus gingen.
Für die dort stattfindenden Matineen schrieb sie Lieder und kleine Singspiele. Miriam Alexandra, die vor drei Jahren auch eine Dissertation über Pauline Viardot abschloss und bei Breitkopf & Härtel ihre Lieder ediert, hat für ihre Debüt-CD 27 deutschsprachige Titel der Komponistin ausgewählt, darunter russische Lyrik in deutscher Nachdichtung. Acht Lieder wurden erstmals eingespielt, doch auch der Rest dürfte weithin unbekannt sein.
Das Hauptinteresse gilt den acht Mörike-Liedern, die das Recital einleiten. Einige der ihnen zugrunde liegenden Gedichte gehören heute in den Vertonungen von Hugo Wolf zum Kanon der Liedprogramme. Doch ...
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