Auf den Spuren der Callas

Maria Kataeva hat das Zeug zum internationalen Star. Doch ihre künstlerische Heimat ist und bleibt die Deutsche Oper am Rhein. Ein Porträt der russischen Mezzospranistin

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Sie ist die amtierende Carmen in Herbert Fritschs knallbunter Inszenierung an der Hamburger Staatsoper: Die russische Mezzosopranistin Maria Kataeva absolviert Fritschs gnadenlose Überzeichnungen und ironische Klischeespielereien ebenso souverän wie das unvermeidliche Kastagnettengeklapper zu kreisenden Hüften. Kataeva gastiert auch an der Münchener Staatsoper und in Pesaro – natürlich mit Rossini. Aber nach wie vor ist sie fest engagiert an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg.

Dort fing sie vor mehr als zehn Jahren – noch während ihres Studiums – im Opernstudio an und wurde rasch ins Ensemble übernommen. Auch an der Rheinoper interpretierte sie bereits die Carmen, Offenbachs Muse in «Les Contes d’Hoffmann», war ein flammender Komponist in Strauss’ «Ariadne», imponierte als pfeilschnelle Rossini-Cenerentola in der legendären Ponnelle-Inszenierung, war Ruggiero in Händels «Alcina» und Elisabetta in Donizettis «Maria Stuarda». 

Zum echten Star des Hauses wurde die vielfach bei bedeutenden Wettbewerben ausgezeichnete Sängerin aber erst jetzt mit der Titelrolle in Tschaikowskys «Jungfrau von Orléans», die dem Düsseldorfer Opernhaus Anfang des Jahres endlich wieder ...

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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Regine Müller

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