Antikes Ambiente

Strawinsky: Oedipus Rex
Lissabon | Teatro Nacional de São Carlos

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Die Stadt, welche die Römer «Felicitas Julia» nannten und in der (fast) immer die Sonne scheint, besinnt sich neuerdings wieder auf ihre glückliche Vergangenheit. Sogar das Teatro Nacional de São Carlos scheint sich, obwohl finanzielle Zwänge immer noch wie ein Damoklesschwert über der Kompanie hängen, von der Sparpolitik der letzten Jahre zu erholen.

Beispielhaft zeigt sich dies in der aktuellen Neuproduktion von Strawinskys «Oedipus Rex». Optisch dient Lissabons römisches Theater als Inspiration.

Durch einen auf halber Strecke eingezogenen Prospekt mit aufprojizierter scenae frons hat man die Bühnenrückwand nach vorn verlagert. Darin drei Pforten. Nur Ödipus darf die mittlere durchschreiten; hier formiert sich der Chor in drei Reihen zum menschlichen Säulengang. Zwei Seitenpfade – einer verläuft parallel zum Proszenium, einer diagonal – ergänzen den Hauptsteg zum trivium, an dessen Scheitelpunkt alle entscheidenden Begegnungen stattfinden.

Regisseur Ricardo Pais gelingt hier ein Muster mystisch-strenger Eleganz und Ökonomie. António Lagartos Bühne prägen Graustufen und düstere Lichtstimmungen, während in den Kostümen Anleihen aus der mykenischen Ikonografie, ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Manuel Pedro Ferreira

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