A gun is not for fun!

Drei deutsche Theater feiern William S. Burroughs’ Hundertsten mit dem Tom-Waits-Grusical «The Black Rider»

Opernwelt - Logo

Es ist zwar nicht sicher, ob sie in der Form überhaupt wahr ist. Aber die Story ist einfach zu gut, um sie nicht zu erzählen. Im September 1951 spielte der spätere Beat-Autor William S. Burroughs – dessen Haupt zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr drogenvernebelt als ruhmbekränzt war – in einer Wohnung über der berühmten Bounty-Bar in Mexico City mit einer Pistole herum. Offenbar machte seine Gattin, Joan Vollmer, sich über seinen Plan lustig, für einen Entzug in irgendein abgelegenes Haus irgendwo in Südamerika zu gehen.

Dann müsse die Familie wohl verhungern, sagte sie, weil er ja mit seinen zitternden Händen nichts würde erlegen können. (Joan war selbst keineswegs in besserer Verfassung, sie leerte ein bis zwei Flaschen Tequila am Tag.) Und dann kam Burroughs mit dieser Wilhelm-Tell-Nummer. Zielte auf ein Glas auf Joans Kopf. Sekunden später kreiselte das Glas über den Boden, und Joan gab ein Geräusch von sich, das klang wie «Rhaaaaarrrrr». Mehr ging nicht, denn sie hatte die Kugel im Kopf. Burroughs kam nach zwei Wochen im Gefängnis wieder frei. Aber für den Rest seines Lebens lag er im Joch der Schuldfrage. Wollte er sie unbewusst töten? Wollte sie getötet werden? Hatte der von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Wiebke Roloff

Weitere Beiträge
Was kommt...

Der Sensible
Nach seinem ersten «Tannhäuser» in Riga, mit fünf, weinte er drei Tage lang. Mit 24 wurde er Chefdirigent der Lettischen Nationaloper, mit 29 des Birmingham Symphony Orchestra. Jetzt, mit 35, ist er Chef der Boston Symphony. Wie macht Andris Nelsons das?

Der Widerspenstige
Der Wert seiner Werke ist durchaus anerkannt. Und tatkräftige Bemühungen, Giacomo...

Lebenswege

Drei Generationen, drei Stimmfächer, drei mögliche Arten, eine Sängerbiografie zu schreiben. Arleen Auger wird zum 20. Todestag gewürdigt, Jochen Kowalski zum 60. Geburtstag – und die 37-jährige Elina Garanca, weil sie ein MedienDarling ist. Da gebührt natürlich der großen amerikanischen Interpretin der Vorrang: Ein einziges Mal nur hat Ralph Zedler Arleen Auger...

«Mich kann nichts mehr erschüttern»

Herr Soltesz, Sie waren 16 Jahre Intendant und Generalmusikdirektor in Essen. Für heutige Verhältnisse eine Ewigkeit?
Die Zeiten sind kurzatmiger geworden. Wolfgang Sawallisch war 22 Jahre an der Bayerischen Staatsoper in München, das entspricht nach heutigem Empfinden der Zeit, die ich in Essen geblieben bin. Als ich den Vertrag unterschrieb, rechnete ich mit einer...