Zum Tanzen zu schade
Man kommt schwer an ihm vorbei – selbst wenn man es will. Die Popularität von Johann Strauß (Sohn) ist auch 200 Jahre nach seiner Geburt gewaltig. Den so einfachen, aufsteigenden, in breitem Rubato zu spielenden D-Dur-Dreiklang seines berühmtesten Walzers «An der schönen blauen Donau» kennen vermutlich auch jene, die ihn nicht direkt einem Komponisten zuordnen können. Geschweige denn, dass sie wüssten, dass es eine ganze Familie war, die im Wien des 19.
Jahrhunderts ein sich neu etablierendes Gewerbe dominierte: das Musik-Business; dass der Vater des berühmten Johann den gleichen Vornamen hatte; dass dessen berühmtestes Werk, der «Radetzky-Marsch», alljährlich das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beschließt, und zwar nach dem Donauwalzer. Und dass Johann, der Sohn, noch zwei Brüder hatte: den ungemein begabten Josef, der mit seinen «Delirien» und «Sphärenklängen» ganze Walzer-Symphonien schrieb; und den feschen Eduard, der in geistiger Umnachtung 1907, neun Jahre vor seinem Tod, das gesamte Notenarchiv der Strauß-Kapelle verbrennen ließ – ein ungeheurer Schaden, gerade im Hinblick auf den Verlust der zahlreichen Autographe.
Um den Wiener Strauß-Clan ranken sich unzählige ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Johann Strauß, Seite 80
von Alexander Dick
Man stelle sich das für eine Weltsekunde mal vor: Das Ende der Geschichte wäre da. Alexandre Kojève lässt es nur ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einer nachträglich hinzugefügten Fußnote seines gleichnamigen Buchs – Summe sämtlicher Hegel-Vorlesungen des russisch-französischen Philosophen zwischen 1933 und 1939 an der Ecole pratique des hautes études –...
66. JAHRGANG, JAHRBUCH 2025
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Das sind Bilder und Töne, die im Gedächtnis bleiben: Wie der Chor der Komischen Oper Berlin in Philip Glass’ «Aknathen» die Macht des ägyptischen Volkes verkörpert, das gegen die Willkür seines Herrschers Echnaton zurückschlägt. Bedrohlich sind die Klänge, die sich in den rhythmischen und motivischen Wiederholungen von Glass’ Musik immer weiter aufschaukeln, immer...
