Zeitsprünge

George Benjamins neue Oper «Written on Skin» im Grand Théâtre de Provence

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Seit 1600 sind an die zehntausend Opern geschrieben worden – eine Riesenpartitur, die beständig wächst. Als «Gesamtoper» hat Alexander Kluge diesen Schatz einmal bezeichnet. Im Grand Théâtre du Provence ist er nun um ein weiteres Stück bereichert worden, um ein spannendes dazu: George Benjamins «Written on Skin», die (nach der kleinformatigen Rattenfänger-Kammeroper «Into the Little Hill») erste abendfüllende Bühnenarbeit des 52-jährigen Londoner Komponisten. Die Uraufführung wurde zum glanzvollen Publikumserfolg.

Eine meisterhafte Kooperationspraxis des internationalen Opernbetriebs dokumentiert die Weiterverwertung dieser Produk­tion: Demnächst ist sie in Amsterdam, Toulouse, London und beim Maggio Musicale in Florenz zu sehen; auch für den Münchner Opernsommer 2013 ist die Benjamin-Novität gebucht.

Das leicht eskapistische Libretto von Martin Crimp realisiert delikate Verunsicherung durch Zeitsprünge zwischen Mittelalter und Gegenwart, durch das Nebeneinander tatsächlicher und imaginierter Geschehnisse. Die Personage ist auf eine Dreierkonstellation zentriert – eine Frau zwischen einem älteren und einem ephebenhaften jungen Mann. Die Handlungsdynamik ist dem Plot der ...

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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 15
von Hans-Klaus Jungheinrich

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