Wonne und Wehmut

Christian Thielemann dirigiert letztmalig als Chef der Sächsischen Staatskapelle Wagners «Ring»

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Ein Triumph. Und zwar auf beiden Ebenen: musikalisch wie inszenatorisch. Nicht anders beschreiben lässt sich, was Ende Januar, Anfang Februar in der Semperoper zu erleben war. Nun war nach Christian Thielemanns umjubeltem Einspringer-Dirigat für Daniel Barenboim zu dessen Geburtstags-«Ring» an der Staatsoper Berlin eigentlich nichts anderes zu erwarten. In Dresden dürfte man sich außerdem gefreut haben, vom Hype aus Berlin zu profitieren. Bei der Kartennachfrage gab es neue Höchststände zu vermelden.

 

Ein Triumph war es auch deswegen, weil für die beiden zyklischen «Ring»-Aufführungen eine zwar bereits zwanzig Jahre alte Inszenierung aus den Depots hervorgeholt wurde (und nun wohl für immer in diesen verschwinden wird), Willy Deckers Ausdeutung mit aktuell kursierenden Lesarten aber (weiterhin) mühelos mitzuhalten vermag. In puncto poetischer Bildkraft wird Eindringlicheres derzeit kaum zu finden sein. Die Größe dieses von Thielemann wohl letztmalig an der Semperoper dirgierten «Rings» liegt auch im überwältigend-wirkungsvollen Ineinandergreifen von Musik und Szene. Aber der Reihe nach. 

Was Willy Deckers Tetralogie-Erkundung so wohltuend abhebt von den Exegesen dieser Tage, ist ...

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Opernwelt April 2023
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Werner Kopfmüller

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