Wie aus dem Stilbau­kasten

Rinaldo Alessandrini kehrt den Patch­work-Charakter von Monteverdis «L’Orfeo» hervor

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Eigentlich war eine «Orfeo»-Aufnahme mit Rinaldo Alessandrini schon längst fällig: Mit seinen vielfach preisgekrönten Einspielungen der Madrigalbücher und der geistlichen Musik ist der Gründer des Concerto Italiano derzeit die führende Autorität in Sachen Monteverdi. Alessandrinis Weg zu Monteverdi über die Madrigalbücher prägte schon seine zuletzt erschienene, Maßstab setzende «Marienvesper», und auch die Chorpassagen des «Orfeo» klingen bei Alessandrini nicht nach der Geburt der Oper, sondern nach einem Echo des Manierismus.

Mit der ihm eigenen Akribie setzt Alessandrini den «Orfeo» quasi baukastenartig aus den deutlich markierten Teilelementen wie stile recitativo, rappresentativo und narrativo zusammen – wohl keine Aufnahme zeigt deut­licher, was für ein stilistisches Patchwork Monteverdis Meisterwerk tatsächlich ist.
Und wohl kein Orfeo trifft den deklamatorischen Grundton des recitar cantando besser als Furio Zanasi. Victor Torres auf der «Orfeo»-Referenz-Einspielung von Gabriel Garrido (K 617) beispielsweise geht weit opernhafter zu Werke. Wo Torres den leidenden Menschen aus Fleisch und Blut hinstellt, bleibt in der Phrasierung des viel schlanker (und mit fabelhaften ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: CDs, Seite 50
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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