Wichtige Chöre der Saison
In Mussorgskys «Chowanschtschina» trat er als eine Masse auf, die «über die ganze Palette vom Volkston über fromme Innigkeit bis hin zu politischer Hysterie» verfügt (OW 4/2016). Brillant, bewegend, virtuos waren auch die Auftritte in «Pique Dame»: Der Chor der Nationale Opera Amsterdam unter der Leitung von Ching-Lien Wu ist «Chor des Jahres».
Auch der Opernchor des Theaters Basel war in «Chowanschtschina» gefordert (OW 12/2015). Ebenso wie in Stockhausens «Donnerstag aus ‹Licht›».
Nicht zuletzt in der «Aufführung des Jahres» (siehe Seite 24) zeigte das von Henryk Polus betreute Ensemble (wie schon 2013) seine Fähigkeiten.
Für seinen noblen, glänzend-dunklen Klang ist er berühmt: der Sächsische Staatsopernchor Dresden. In der vergangenen Spielzeit überzeugten die Sängerinnen und Sänger, von Chordirektor Jörn Hinnerk Andresen präpariert, unter anderem mit ihren Auftritten in Wagners «Lohengrin».
Schon wegen der vier Jahrzehnte überspannenden Zusammenarbeit mit dem im März verstorbenen Nikolaus Harnoncourt ist das Ensemble eine Institution. Und vom Theater an der Wien ist Erwin Ortners Arnold Schoenberg Chor nicht wegzudenken. 2015/16 mischte er u. a. in Marschners «Hans Heiling» ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 126
von
Wenn man ein wenig faustisch angefixt ist, wird man in Karlheinz Stockhausens erster «Licht»-Oper, dem «Donnerstag», unschwer die gute alte Goethe-Konstellation wiedererkennen. Es geht um den Gottes- und Menschensohn Michael und um Luzifer, sein Alter Ego und Gegenspieler; dazwischen Eva, «die Frau» – mal Mutter, mal Geliebte, jedenfalls ausgleichendes Element....
«L’elisir d’amore» und «Lucia di Lammermoor» gehören längst zum Kanon, auch «Don Pasquale» ist kein Unbekannter. Doch wer kennt die späten, für Paris und Wien entstandenen Opern von Gaetano Donizetti? Aus ihnen spricht ein europäischer Geist, der sehr genau die Erwartungen seines jeweiligen Publikums registrierte. Dass Donizetti nie einen starken Personalstil...
Fünfmal wurde Stuttgart von den Kritikern dieser Zeitschrift während der Ära Zehelein zum «Opernhaus des Jahres» gewählt, zuletzt 2006 im Abschiedsjahr des Intendanten. Klaus Zeheleins Nachfolger Albrecht Puhlmann hat dieses Prestige, trotz manch gelungener Premiere während seiner fünfjährigen Amtszeit, gründlich verspielt. Ebenso viel Zeit benötigte Jossi...
