Einfach Spitze
Fünfmal wurde Stuttgart von den Kritikern dieser Zeitschrift während der Ära Zehelein zum «Opernhaus des Jahres» gewählt, zuletzt 2006 im Abschiedsjahr des Intendanten. Klaus Zeheleins Nachfolger Albrecht Puhlmann hat dieses Prestige, trotz manch gelungener Premiere während seiner fünfjährigen Amtszeit, gründlich verspielt. Ebenso viel Zeit benötigte Jossi Wieler, um die Oper Stuttgart aus dem Mittelmaß wieder an die Spitze zu führen.
Es war ein beschwerlicher Weg, bei dem das Leitungsteam – neben dem Intendanten Wieler Eva Kleinitz als Operndirektorin, Sylvain Cambreling als Generalmusikdirektor und Sergio Morabito als Chefdramaturg – in einem schmerzvollen Prozess manches ehrgeizige Ziel neu justieren oder aufgeben musste, nicht zuletzt die Hoffnung, mit der Berufung von Andrea Moses als Hausregisseurin dem internationalen Regie-Reisezirkus die Stirn bieten und, wie einst Walter Felsensteins Komische Oper, alle Kräfte auf das eigene Ensemble konzentrieren zu können. Es war zweifellos die richtige Entscheidung des in Stuttgart seit 1994 bewährten Duos Wieler/Morabito, der eigenen Ästhetik eine konträre Regie-Handschrift aus der jüngeren Generation entgegenzusetzen. Dass Andrea ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 14
von Uwe Schweikert
«L’elisir d’amore» und «Lucia di Lammermoor» gehören längst zum Kanon, auch «Don Pasquale» ist kein Unbekannter. Doch wer kennt die späten, für Paris und Wien entstandenen Opern von Gaetano Donizetti? Aus ihnen spricht ein europäischer Geist, der sehr genau die Erwartungen seines jeweiligen Publikums registrierte. Dass Donizetti nie einen starken Personalstil...
Bei Shakespeare hat sich nicht nur Verdi bedient. Noch 400 Jahre nach dem Tod des Elisabethaners beleben seine Stoffe und Figuren das Musiktheater. Gerade erst wurde in Wien eine neue Hamlet-Oper (von Anno Schreier) uraufgeführt. In Shakespeares Stücken wirbeln Erhabenes und Triviales, Tragik und Komik, Königshof und Kneipe wild durcheinander. Vielleicht ist es...
Eigentlich haben sie in der vergangenen Saison nur das getan, was sie immer tun. Genau hingeschaut. Sich tief in Stücke und Stoffe versenkt, in Geschichten und Figuren. Alle Kraft für «ihre» Künstler, für «ihr» Theater reserviert. Doch diesmal ist Intendant Jossi Wieler und Chefdramaturg Sergio Morabito eine Saison geglückt, die noch lange nachhallen dürfte. Nicht...
