Weihrauch, Absinth und ein großes Herz
Die Kuppel über der Bühne in der Londoner Wigmore Hall, dem inoffiziellen Mekka des Liedgesangs, ziert eine sympathisch kunstgewerbliche Allegorie der Künste, wobei die zentrale Figur die Seele der Musik symbolisiert und der Feuerball über ihr den Genius der Harmonie versinnbildlicht. Das Bild hat sich bei vielen Besuchen so selbstverständlich in die Erinnerung gegraben, dass man es vor Ort gelegentlich gar nicht mehr wahrnimmt – wenn nämlich die Darbietungen darunter die Konzentration völlig absorbieren.
Wie an jenem Juliabend vor zwei Jahren, als Christiane Karg und ihr Klavierbegleiter Malcolm Martineau dort einen magischen Teppich mit Liedern und mélodies von Strauss, Wolf, Berg, Debussy, Poulenc und Fauré ausbreiteten. Der nun erschienene Live-Mitschnitt jenes Konzerts bestätigt die Erinnerung an ein Ausnahmeereignis. Christiane Karg ist quasi der weibliche Gegenpart zu Christian Gerhaher: Besseres bekommt man zumindest im Genre Lied derzeit kaum zu hören (wie schade, dass Gerhaher Wolfs «Italienisches Liederbuch» vor einigen Jahren nicht mit Karg aufgenommen hat; das Resultat wäre der Vollkommenheit vermutlich nahe gekommen). Die Sopranistin singt mit wunderbar ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Gerhard Persché
ARD-ALPHA
4.1. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
Mozart: Symphonie g-moll KV 183; Symphonie C-Dur KV 551; Violinkonzert A-Dur KV 219, Solist: Ingolf Turban.
6.1. – 11.00 Uhr
Marcello Viotti stellt vor:
Ravel: Ma Mére l’oye.
6.1. – 20.15 Uhr
Strauss: Der Rosenkavalier.
Salzburger Festspiele 2014. Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst, Inszenierung: Harry Kupfer....
Hager, bleich, hoch aufgeschossen, mit langen Armen und langem, wirkungssicher hin und her wippendem Haar, von den Stiefeletten bis zum berüschten Hemd ganz in Schwarz, energiestrotzend und in jedem Moment entschlossen: So wie Teodor Currentzis nach seinem «Don Giovanni» im Schlussapplaus steht, könnte er selbst der Don sein oder zumindest aus einem alten...
Es geht auch anders, doch so geht es auch»: Ans Freudenhaus denkt Macheath bei dieser Zeile in Brecht/Weills «Dreigroschenoper». Nicht, dass ein solches im Linzer «Siegfried» vorkommen würde. Doch versteht man das französische Wort bordel in seiner umgangssprachlichen Bedeutung als «Durcheinander», passt das Zitat durchaus zu Uwe Eric Laufenbergs Produktion. So,...
