Vor den Vätern sterben die Söhne
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war «Ernani» noch vor «Nabucco» das mit Abstand meistgespielte Werk aus Verdis Frühzeit. Heute begegnet man dem 1844 entstandenen Stück jedoch nur selten auf der Bühne. Frankfurt spielte es 2017 konzertant. In Mannheim fiel Yona Kim die schwierige Aufgabe zu, die auf den ersten Blick reichlich konventionell wirkende Oper um Liebe, Verrat und Rache für das heutige Theater zu retten.
Drei Männer kämpfen um eine Frau, sind aber zugleich politische Rivalen – der Outlaw Ernani, der den Tod seines Vaters rächen will; der spanische König Don Carlo (der spätere deutsche Kaiser Karl V.) und der rachsüchtige alte Silva, der Ernani erbarmungslos zum Selbstmord zwingt, weil dieser ihm seine Ehre aus Hybris verpfändet hat.
Kim hat sich von Heike Scheele eine Szene bauen lassen, die die Ausweglosigkeit des fatalistisch auf das Ende zusteuernden Dramas auch optisch heraushebt – eine nackte, schwarz ausgehängte, weit nach vorne an den Graben vorgezogene Spielfläche, die im ersten Teil von einer riesigen, schräg hängenden Spiegelwand abgeschlossen wird. In der Mitte erhebt sich ein Podest, auf dem die Figuren wie ausgestellt, ja verloren wirken – umso mehr als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Uwe Schweikert
Als er Musikdirektor der Kent Opera war, damals Ende der 1980er-Jahre, passierte es: Der Eiserne Vorhang klemmte. Volles Haus, gespannte Gesichter, aber das Ding war einfach nicht zu bewegen. Was tun? Iván Fischer entschied sich, das singende Personal auf dem schmalen Streifen vor der Sperre agieren zu lassen. Und war mit dem Ergebnis hochzufrieden. Es sei einer...
59. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752310
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
alpha
01.04. – 20.15 Uhr
Günter Wand dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 – «Pastorale»
NDR-Sinfonieorchester,Schleswig-Holstein Musik Festival 1994
08.04. – 20.15 Uhr
Concerto Köln spielt Händel
Suite für Orchester Nr. 1 F-Dur,
Vivaldi
Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo C-Dur,
Dall'Abaco
Concerto a più istrumenti
D-Dur op. 5
Schwetzinger SWR...
