Lust und Last der Tradition
Elbflorenz. Das ist natürlich ein Wunschbild, eine Projektion. Aber doch auch ein Stück Realität. Allen Verletzungen, allen Beschädigungen zum Trotz. Wer heute nach Dresden reist, findet sich in einer wunderschönen Stadt. Vielleicht ist Dresden unter allen an einem Strom gelegenen deutschen Städten die majestätischste. Die Zerstörung vom Februar 1945 merkt man ihr noch an, obwohl viele der kulturhistorisch wichtigsten Bauten neu erstanden sind: Zwinger, Sempergalerie, Katholische Hofkirche und Kreuzkirche bis in die sechziger Jahre, die Semperoper schließlich 1985.
Die Weihe der Frauenkirche hatte ein weltweites Echo. Gerade vollendet wurde die äußere Rekonstruktion des Residenzschlosses. Auch das historische Grüne Gewölbe mit barockem Kunsthandwerk lockt Besucherströme an. Rings um die Frauenkirche ersteht der Neumarkt mit vielen Bürgerhäusern, darunter das Wohnhaus von Heinrich Schütz, dem ersten deutschen Komponisten von europäischem Rang.
Dresden ist in der Verbindung von Natur und Kunst ein mythischer Ort. (Abb. oben) Eng in die reizvolle Elblandschaft eingebettet, haben sich seit dem 13. Jahrhundert hier die Künste nach und nach angesiedelt, begünstigt durch die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der belgische Komponist Philipp Boesmans (Jahrgang 1936) hält unerschütterlich an der traditionellen Literaturoper fest. Raumklang, Klangtheater, Hör-Stücke, womit viele aktuelle Komponisten bevorzugt experimentieren, interessieren Boesmans nicht. Er braucht ein gutes Theaterstück, aus dem sich ein operngerechtes Libretto herstellen lässt. Solche Stücke hießen bei...
Peter Eötvös‘ pausenlose, knapp zweistündige, im Sommer letzten Jahres in Glyndebourne uraufgeführte Oper «Love and other Demons» (siehe OW 9-10/2008) reduziert Gabriel García Márquez‘ 1994 veröffentlichten Roman «Von der Liebe und anderen Dämonen» auf sein Gerüst: Sierva wird an ihrem zwölften Geburtstag von einem tollwütigen Hund gebissen. Obwohl es keine...
Der «Platz des Himmlischen Friedens» in Peking, einer der größten Plätze der Welt, ist für seine kommunistischen Monumentalbauten bekannt. Er rahmt den Blick auf die Verbotene Stadt, von der aus das chinesische Riesenreich über mehrere Dynastien hinweg regiert wurde. Seit 2007 das neue Nationaltheater eingeweiht wurde, bietet der «Tian-An-Men»-Platz erstmals auch...
