Viel Lärm um nichts

Banalität des Öden: neue Stücke von Mark-Anthony Turnage, Poul Ruders und Johanna Doderer

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Keine Frage: Als gute, alte Tante wird die Oper das 21. Jahrhundert allenfalls im Museum überleben. Wenn immer nur die gleichen fünfzig oder sechzig Stücke den Spielplan prägen, ist die Mumifizierung der Gattung vorprogrammiert. Da kann die post-dramatische Regie noch so kühn Händel und Mozart, Verdi und Wagner oder Puccini und Strauss auseinandernehmen – der Anschluss an die gelebte Gegenwart dürfte kaum gelingen, wenn der Sinn für die Historizität des Kanons und dessen Vitalisierung durch neue (Meister-)Werke verloren ginge. Bis zum frühen 20.

Jahrhundert war die Sphäre des Kernrepertoires noch ein offener Park, auf dem, von kundigen Gärtnern und Freizeitbotanikern aufmerksam, mitunter auch naserümpfend gehegt, neben altem Holz merkwürdige Junggewächse gediehen, deren Duft den Tag überdauerte. Frische Triebe brechen natürlich nach wie vor aus dem Boden, heute vielleicht mehr als je zuvor. Doch kaum einer scheint sich vom Dickicht so deutlich abzuheben, dass man von atemraubenden, unwiderstehlich verstörenden, gar zeitlos schönen Formen einer unbekannten Spezies sprechen würde. Das meiste wuchert flach am Boden, Grünzeug und bunte Blümchen für den Hausgebrauch, mit Kunstdünger ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 30
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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