Verloren im Puppenwald
Es gehört Mut dazu, eine Opernproduktion schon nach der ersten Bühnenprobe abzublasen, weil sich abzeichnet, dass das Konzept nicht trägt und überladen ist. So geschehen im letzten Herbst in Duisburg. Intendant Christoph Meyer hatte einen Stopp verordnet, weil David Hermanns Arbeit an Verdis «Rigoletto» zu viele offene Baustellen enthielt. Zu einer solchen Absage gehört auch Weitsicht und Vertrauen ins Regieteam. Erleichternd wirkte sich gewiss der Umstand aus, dass man über zwei Häuser verfügt und ohnehin zwei Premierentermine ausrufen kann.
Daher wurde «Rigoletto» im Duisburger Haus 2009 konzertant gespielt, bevor man ihn in der Düsseldorfer Filiale zum Frühjahr 2010 szenisch nachreichte.
Der Erfolg des Ganzen? Mittelprächtig. David Hermann gelingt es, im ersten Teil einige bezwingende Ideen umzusetzen. Da ist ein Gewächshaus, in dem Rigoletto vor Hohn und Spott Zuflucht zu suchen scheint; sobald sich die Perspektive für den Zuschauer ändert, wird darunter ein Keller sichtbar, der – wer denkt hier nicht an Amstetten – als Gefängnis für Tochter Gilda dient. Auch die Eingangsszene mit einem Chor, der vor dem zynischen Herzog im wahrsten Sinne buckelt, ist beredt, zumal Rigoletto, ...
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