Verdi an der Met

Anna Netrebko ist eine expressive Lady Macbeth, Ambrogio Maestri ein Falstaff zum Knuddeln

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Armer Shakespeare! Wie haben sie ihn misshandelt!», nörgelte Giuseppe Verdi, nachdem er die Partitur zu Ambroise Thomas’ «Hamlet» durchgesehen hatte. Freilich meinte er damit vor allem das Libretto. Er hatte eigentlich ja selbst vor, einen «Hamlet» zu komponieren. Oder «Romeo und Julia». Oder den «Sturm». Oder aber, und vor allem, sein Lieblingsschauspiel «Lear». Denn Verdi vergötterte Shakespeare. Wovon auch die drei Charaktere, die er sich schließlich beim Barden entlieh – Macbeth, Otello und Falstaff – künden.

Zwei davon, «Macbeth» und «Falstaff», liegen nun als Dokumente von Aufführungen an der MET auf DVD vor.

«Macbeth» kam 2007 heraus, in einer leicht ironischen Inszenierung von Adrian Noble (mit den Hexen wie aus der ITV-Serie «Coronation Street»), und mit Zeljko Lucic und Maria Guleghina. Lucic blieb, doch als Lady Macbeth kam Guleghinas Landsfrau Anna Netrebko. Dass sie die Lady geben würde, war die Sensation dieser Wiederaufnahme vor einem Jahr. Anna kam, sang und siegte, wurde von Publikum und Presse mit Begeisterung überschüttet. In der Tat ist es höchst eindrucksvoll, was sie in dieser Partie – meist Stimmen mit mehr dramatischem Volumen überlassen – abliefert. ...

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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Gerhard Persché

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