Verbissener Bastler
Als «Schöpfer eines ganz neuen Geschmacks» hat der schwäbische Dichter und Rebell Schubart den von 1753 bis 1769 am Stuttgarter Hof wirkenden Niccolò Jommelli gerühmt. Wie der erfolgreichere Gluck hat auch Jommelli die Opernreform vorangetrieben, indem er die musikalische Dramaturgie der starren italienischen Seria nach dem Vorbild der französischen Tragédie lyrique durch Orchesterrezitative, gemischte Ensembles, Chöre, handlungsbetonte Aktionsszenen und Balletteinlagen auflockerte.
Leider ist davon in der Inszenierung seiner letzten Stuttgarter Reformoper, dem 1768 uraufgeführten «Fetonte», mit dem das Theater Heidelberg seinen «Winter in Schwetzingen» eröffnete, nicht viel übrig geblieben. Auf den Tanz musste Demis Volpi, der Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, bei seinem Debüt als Opernregisseur schon deshalb verzichten, weil die Musik dazu nicht überliefert ist. Die Chöre, Aufmärsche und spektakulären Massenszenen hat er allerdings gleich mit verbannt, als er sich entschloss, die verwirrende Handlung, die den antiken Mythos um den scheiternden Himmelsstürmer Phaëton mit einer machtpolitisch motivierten amourösen Intrige verbindet, als aufklärerisches Lehrstück von der ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Uwe Schweikert
Frau He, Sie sind eine der ganz wenigen Chinesinnen, die es im internationalen Opern-Business bis ganz nach oben geschafft haben. Nur in Peking selbst sind Sie kaum präsent ...
Stimmt, ich bin China nicht so bekannt. Meine Karriere hat sich seit meinem Debüt an der Wiener Volksoper 2004 vor allem im Westen entwickelt. Ich bin es gewohnt, als einzige asiatische...
Er hatte wohl recht, jener Kritiker der halboffiziellen «Gazzetta privilegiata di Venezia», als er Verdis «Simon Boccanegra» nach dem Uraufführungsfiasko im März 1857 «eine vielleicht zu gewaltige, zu ernste Musik» bescheinigte und diagnostizierte, «eine Grabesstimmung» beherrsche die Partitur. Tatsächlich hatte Francesco Maria Piave, der Librettist der Urfassung,...
An Oper denkt man nicht gleich, wenn von Värmland die Rede ist. Auch wenn das Volkslied «Ack Värmeland du sköna» zu den schönsten Aufnahmen des jungen Jussi Björling gehört. Deutsche Urlauber, die schon dort waren, wissen, wovon er singt: Die seenreiche Landschaft lädt ein zum Entspannen und Träumen. Viele der märchenhaften Geschichten Selma Lagerlöfs entstanden...
