Unerhört

Raritäten von Mercadante, Steffani und Paisiello beim Festival della Valle d’Itria in Martina Franca

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Die Wiederbelebung vergessener und vernachlässigter (Bühnen-) Werke ist seit vielen Jahren das künstlerische Markenzeichen des Festivals della Valle d’Itria. Dass im Palazzo Ducale eine Partitur erklingt, die nie zuvor zu hören war, passiert freilich selbst im auf Raritäten abonnierten Martina Franca nicht alle Tage. Doch mit Saverio Mercadantes 1831 für Madrid komponierter «Francesca da Rimini» stand tatsächlich eine echte Uraufführung auf dem Programm.

Warum das durch Dantes «Inferno» inspirierte Stück (Libretto: Felice Romani) es damals weder in Spanien noch in Italien auf die Bühne schaffte, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Fanden sich keine Solisten, die die heiklen, an Rossini orientierten Gesangspartien hätten bewältigen können? Lag es an den Tücken des gleichsam symphonisch durchgebildeten Orchestersatzes? Auch die aus dem düsteren Stoff abgeleitete dunkle Grundfarbe der Musik mag seinerzeit (noch) für Irritationen gesorgt haben.

Pier Luigi Pizzi inszenierte die Geschichte Francescas – deren historisches Vorbild, Francesca da Polenta, im 13. Jahrhundert von ihrem Mann wegen Ehebruchs ermordet wurde – in karger Kulisse und einer auf das Nötigste beschränkten ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Carlo Vitali

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