Undurchdringlich

«Zangezi» auf der Werkstattbühne der Berliner Staatsoper: Hèctor Parras elektronische Klangspur zu Velimir Chlebnikovs futuristischem Traum von einer «Sternensprache»

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Zangezi» ist so etwas wie das Opus summum des russischen Futuristen Velimir Chlebnikov (1885-1922). Ein als Drama konzipierter, im Grunde aber epischer Text, in dem er die fundamentalen Themen seines Schreibens zur Synthese zu führen sucht: Der Prophet «Zangezi» ist ein Alter Ego des Autors, die ihm in den Mund gelegten Spekulationen – etwa über die nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten sich wiederholenden Zäsuren der Geschichte – sind Chlebnikovs ureigenes Gedankengut.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die «Sternensprache», in der der Klang des Wortes die Essenz des Gegenstandes, den es bezeichnet, erfassen soll. Was Chlebnikov hier versucht, ist nichts weniger, als die Vielfalt der Sprachen und Sprechhaltungen auf ihren gemeinsamen Ursprung zurückzuführen. Diese Idee muss einen Komponisten wie Hèctor Parra faszinieren. Ihn treibt eine ähnlich hybride Wunschvorstellung um: die Totalintegration historischer und gegenwärtiger Musiksprachen. Und das Material seiner elektronischen Komposition für «Zangezi» lässt sogar diese Limitierung noch hinter sich. Hunderte von Klängen, hauptsächlich Vogelgesänge, menschliche Stimmen und Industriegeräusche, hat Parra in winzigste Bruchstücke ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Ingo Dorfmüller

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