Ultimativ machtlos
16 Metallbetten rahmen die Spielfläche, und 16 Küchentische. An langen Seilen pendeln 16 tuchverhangene Wiegen träge aus dem Schnürboden. 16 Uniformen warten auf ihre Träger, die sich wenig später aus den Federn schälen. Und 16 Frauen schälen Kartoffeln. In ihrer Mitte thront die alte Burya in strengschwarzem Pomp, mit einer Reitgerte fuchtelnd. Die Szene erinnert an eine Strafkolonie: Einen Horizont gibt es nicht, keinen Ausblick, keinen Ausweg.
Regisseur Claus Guth liest am Londoner Royal Opera House das eindringliche Ticken des Xylophons im ersten Akt von Janáčeks «Jenůfa» als Klang einer gut geölten Gesellschaftsmaschine, in der kein Rädchen aus der Reihe tanzen darf. Mit Bühnenbildner Michael Levine und Ausstatterin Gesine Völlm betont er die restriktiven Normen der Dorfgemeinschaft.
Ausgangspunkt der Inszenierung ist die Perspektive der Küsterin. Wenn diese an ihre eigene Ehe zurückdenkt, tritt ihr Gatte auf, als blutjunge Erscheinung aus der Vergangenheit, die Bierflasche in der einen Hand, die andere zum Schlag erhoben. Das, denkt sich die Kostelnička, stünde mit Števa auch Jenůfa bevor – und Guth lässt das junge Paar die Fantasie auf der Bühne ausagieren. In den Augen der ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff Halsey
In einem Frankfurter Vorort irritiert das Plakat «Heimatboden statt Beton»: weniger wegen des Vorbehalts gegenüber dem Beton, der zur «Versiegelung» der Landschaft beiträgt (und somit auch zu manchen Überschwemmungs-Katastrophen), vielmehr des unbefangenen Umgangs mit nicht ganz unbelasteten Wörtern wie «Heimat» und «Boden» wegen, die zumindest im Zusammenhang mit...
Es hätte ein rauschendes Jubiläumsfest werden können: Am 4. Dezember 2020 kam exakt ein Jahrhundert nach der Kölner Uraufführung durch Otto Klemperer (eine zeitgleiche Premiere fand in Hamburg unter Egon Pollak statt) Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» im Kölner Staatenhaus heraus. Aber der Zuschauersaal blieb damals auf behördliche Anordnung ebenso tot...
alpha
07.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Messiaen
14.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Purcell und Haas
21.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10
28.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 5
arte
02.11 – 05:00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert ein Galakonzert in Sankt Petersburg
Auf dem Programm:...
