Überwältigend
Kapitalismuskritik, Songstil der Roaring Twenties und ein Theaterskript zwischen Kabarett und Lehrstück wie «Die sieben Todsünden», der letzten gemeinsamen Arbeit des Erfolgsduos Brecht/Weill aus dem Jahr der faschistischen Machtübernahme 1933 – kann man damit heute noch Aufsehen erregen? Nein, sagt die Regisseurin Anna-Sophie Mahler, die das halbstündige Ballett mit Gesang jetzt in einer Koproduktion von Oper, Ballett und Schauspiel im Stuttgarter Schauspielhaus inszeniert hat.
Und bringt darum mit der kanadischen Electroclash-Sängerin Peaches eine queere Performerin auf die Bühne, die dem Abend eine ganz eigene radikalfeministische Note gibt und uns Brecht neu sehen, Weill neu hören lässt.
Brecht schickt seine Protagonistin Anna auf die Reise. Sie soll für ihre Familie anschaffen, damit diese sich ein Häuschen finanzieren kann. Bei Mahler wird Annas Lebensweg zum Kampf mit sich selbst – zum Boxkampf in einem die Szene beherrschenden Ring (der Box-Fan Brecht wäre begeistert gewesen), aufgeteilt auf zwei Personen, die Schauspielerin Josephine Köhler und den Tänzer Louis Stiens. Beide fighten, tanzen und singen in sieben grotesk komisch choreografierten Runden, die keinen Moment ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Uwe Schweikert
JUBILARE
Roberta Alexander stammt aus Virginia und wuchs in einer Musikerfamilie auf. 1969 begann sie ihr Studium an der University of Michigan in Ann Arbor. Im Alter von 23 Jahren setzte sie ihre Ausbildung bei Herman Woltman am Königlichen Konservatorium in Den Haag fort. Die Sopranistin debütierte 1975 an der Niederländischen Oper in Rossinis farsa comica «La...
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60. Jahrgang, Nr 3
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