Thema verfehlt
Dass Senta die eigentliche Hauptfigur im «Fliegenden Holländer» und dieser nichts anderes als eine Projektion von ihr ist, lässt sich aus Text und Musik dieser romantischen Oper ohne Umwege begründen, und es bietet sich als Ausgangspunkt für eine Interpretation aus heutiger Sicht geradezu an. Florentine Kleppers Einfall, die Geschichte in sich überlagernden Rückblenden Sentas zu erzählen, ist also nicht umstürzend neu. Eine kleine Landzunge, die ins Meer hinausragt, wird zum Ort der Erinnerung.
Diese setzt mit der (musikalisch nicht unterfütterten, pantomimisch ausgeführten) Seebestattung Dalands ein; die kleine Senta erlebt (erträumt?) den Auftritt des Holländers, der sie als «gepriesenen Engel» Gottes ansingt. Später wechselt die Wahrnehmungsperspektive. Im zweiten Akt ist Senta erwachsen (doch noch immer geistert sie gleichzeitig als Kind über die Bühne), im dritten erscheint sie im Brautkleid. Träume und Wirklichkeit, Gestern und Heute schieben sich auf der Szene oft undurchschaubar ineinander, Tiefenpsychologie und Schwarze Romantik mischen sich in verstörender Weise.
So weit, so gut. Das alles lässt sich aus der Vorlage ableiten. Doch Frau Klepper gehört offensichtlich zu ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Ekkehard Pluta
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