Szenisch verschenkt

Ginastera: Beatrix Cenci
Straßburg | Opéra national du Rhin

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Knuddelig schauen sie aus, die drei Bernhardiner! Sie tragen zwar Prothesen, doch schließen wir sie deswegen umso inniger ins Herz. Leider sind die fantastischen Drei nicht echt, sondern nur Einrichtungsgegenstände, uns vage bekannt aus Haushalten von Zeitgenossen, die viel Geld und wenig Geschmack haben.

Wollte Regisseur Mariano Pensotti damit auf die «herrschende Klasse» verweisen, deren Privilegien er im Programmheft ebenso geißelt wie das «System juristischen Unrechts» und die Zurichtung des «weiblichen Körpers als Schlachtfeld» durch das Patriarchat? Dann hätte er nicht nur die falsche Rasse gewählt. Denn in Alberto Ginasteras 1971 uraufgeführter, letzter Oper symbolisiert das Hundegebell namenloses Grauen. Wer diese Kreaturen unbedingt auf die Bühne bringen muss, sollte wenigstens Dobermänner nehmen, wie es vor drei Jahren Alejandro Tantanian in seiner meisterlichen Inszenierung am Teatro Colón in Buenos Aires getan hat. Wirklich nötig ist es allerdings nicht, birgt doch schon Ginasteras Partitur all den Horror eines Sujets, das die Knechtung und Vergewaltigung der jungen Beatrix durch ihren Vater zum Inhalt hat, samt Rachemord und finaler Hinrichtung, begleitet von ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Volker Tarnow

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