Swing mit Sinn
Giovanni Legrenzi schreibt derart affektpräzise Kurzstreckenarien, dazu nicht minder konzis knappe Rezitative, dass er geradezu den Anschein eines durchkomponierten Stils erregt. Auch sein harmonischer Tonartenplan sorgt für einen steten Fluss, der die Handlungsspannung nie abreißen lässt. Dabei fand die Uraufführung von «La divisione del mondo» bereits zum Karneval in Venedig anno 1675 statt. Die Oper wurde ein Sensationserfolg. Bis 1699 sind 13 Neuproduktionen nachgewiesen.
Der Nachnachfolger von Monteverdi als Kapellmeister von San Marco, der sich am Ende seines Lebens allein der Kirchenmusik verschrieb, wirkte weit in den Spätbarock hinein: Vivaldi, Bach und Händel zitierten und beriefen sich auf ihn, ließen freilich sein Formprinzip der mitunter auf eine einzige Minute verdichteten Mezzaria, der halben Arie, hinter sich. Die göttlichen Längen der die Virtuosität von Primadonnen und Kastraten bedienenden Da-capo-Arie sollten sich alsbald durchsetzen. Legrenzis Opern verschwanden von den Spielplänen.
Mustergültig wird nun an der Förde die kompositorische Qualität des 1626 in Bergamo geborenen Meisters zum Klingen gebracht – es ist erst die zweite Neuproduktion nach der Edition ...
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Die Figuren sind alte Bekannte. Wir kennen sie aus Kleists Novelle «Das Erdbeben in Chili». Josephe, das Mädchen aus gutem Hause, und Jeronimo, ihren Privatlehrer, in verbotener Liebe entflammt, Eltern des illegitimen, im Klostergarten gezeugten Knaben Philipp, von König, Kirche und Volk ob dieser Verfehlung dem Tode geweiht. Fernando, den hohen Herrn, und Elvire,...
Schlag nach bei Shakespeare: «Better once than never, for never too late.» Dies sagt freilich nicht Othello, sondern Petruchio in «The Taming of the Shrew». Doch das Zitat zielt hier ohnehin nicht aufs Stück, sondern auf mögliche Überlegungen von Jonas Kaufmann, dem Debütanten in der Titelpartie von Verdis «Otello» in dieser Produktion an Covent Garden.
Einmal...
Gesagt ist gesagt – das wird durch’s irre Lachen hinterher auch nicht besser: Die Figuren, die Gluck auf die Bühne stelle, seien so erhaben, dass sie klängen, «als würden sie Marmor scheißen», behauptet Amadeus in Miloš Formans Film. Das klingt durchaus nach Mozarts flottem Mundwerk. Doch dass er dies auch wirklich so gesagt hat, möchten wir bezweifeln. Denn...
