Strikt realistisch
Noch einmal am 18. Juni 2017 in Schwerin. www.mecklenburgisches-staatstheater.de
Am Premierenabend soll sie triumphiert haben, aber schon in der zweiten Vorstellung musste sich Kathleen Eve Parker, die Ellen der Schweriner Inszenierung, von Sonja Mühleck vertreten lassen. Espen Fegran konnte den Captain Balstrode immerhin noch spielen, aber nicht singen, was für ihn Mark Morouse aus dem Off erledigte. Paul McNamara, der die Titelpartie sang, ließ eine Indisponiertheit ansagen.
Solche Ausfälle können desaströs enden, doch in Schwerin trug man leicht an dieser Hypothek – Brittens Flaggschiff stach planmäßig in See, die Schlagfähigkeit der mecklenburgischen Verbände stand alle drei Akte hindurch außer Frage.
Das ist zunächst der Staatskapelle Schwerin unter ihrem noch immer jungen Chef Daniel Huppert zu danken. Sie sorgen für den erforderlichen Tiefgang, für das typische dunkle Glitzern der Partitur und den orkanartig berstenden Klang. Ohne ein symphonisch geschultes Orchester droht «Peter Grimes» schnell abzusaufen, schon wegen der markanten instrumentalen Zwischenspiele. Unverzichtbar ebenfalls ein wuchtig artikulierender Chor. Er singt hier wie mit einer Stimme, ist außerdem gestisch überaus präsent, fast ein Ersatz-Ballett.
Bühnenbild und Kostüme ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Volker Tarnow
Wann sind Sie Ariadne zum ersten Mal begegnet?
2014, in meinem letzten Jahr an der Opernakademie Kopenhagen. Ich habe einige Nummern für die Abschlussprüfung und in einem Konzert gesungen.
War das damals eine Wunschpartie?
Ich kannte «Ariadne auf Naxos» gar nicht, habe bei Null angefangen, bin an der Hochschule jeden Takt mit meiner Lehrerin Susanna Eken...
Vor 200 Jahren erregte der Schweizer Musikpublizist und -verleger Hans Georg Nägeli einiges Ärgernis. Hatte er es doch gewagt, den großen Mozart zu kritisieren: Ausgerechnet dem «Götterliebling», dem «Raffael der Musik» attestierte er nämlich «Unreinheit», ja «widerwärtige Styllosigkeit». In einer Zeit, in der man von Mozart noch nicht allzuviel kannte, in ihm...
Er war ein Freund von Marcel Proust, Dandy, hochgeschätzter Sänger in den Pariser Salons, Dirigent, Musikkritiker; seine leider nie ins Deutsche übersetzte Studie «Du Chant» ist eines der glänzendsten Bücher, die je über Gesang geschrieben wurden. Als Komponist ist Reynaldo Hahn vor allem mit seinen melancholisch-eleganten, die leichte mit der ernsten Muse...
