Strauss: Elektra
Wohnst du noch oder stirbst du schon? Schwedenmöbel und der Atriden-Clan – das will so scheinbar gar nicht zusammenpassen. Trotzdem sieht’s bei Calixto Bieitos Auseinandersetzung mit dem «Elektra»-Stoff in der Hofmannsthal-Strauss’schen Version auf der Drehbühne des Theaters Freiburg aus wie in den Ausstellungsräumen eines Möbeldiscounters.
Hübsch hässlich haben es sich die Mörder Klytämnestra und Ägisth auf einigen hundert Quadratmetern transparenter Ausstellungsfläche (Ausstattung: Rifail Ajdarpasic, Ariane Isabell Unfried) eingerichtet, umgeben von Billigküche, Polsterecken und unzähligen Lampen unterschiedlichster Form.
Lampen – Elektrizität – Elektra: Sollte es sich gar um ein Assoziationsgeflecht des von manchen Operngängern so gefürchteten katalanischen Regisseurs handeln? Bieitos Auseinandersetzung mit diesem Freud’schen Opernstoff ist weder harmlos noch spaßig und vor allem nicht skandalös. Trotz aller Aktualisierung und Negation des antiken Mythos klebt die Regie peinlich genau am Libretto, von Elektras Hundehüttenbehausung bis zur quasi rituellen Waschung und dem (von Elektra und Klytämnestra besungenen) antizipierten Blutbad. Die Inszenierung bewegt sich souverän ...
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