Steuermann oder Pultvirtuose?
Die Figur des heute vom Publikum wie von den Medien fetischisierten Dirigenten ist eine späte Erscheinung in der Aufführungsgeschichte der Musik. Zwei gleichzeitig erschienene Veröffentlichungen widmen sich jetzt dem komplexen Problemfeld – der aus einer Basler Ringvorlesung hervorgegangene, thematisch weit gespannte Band «DirigentenBilder. Musikalische Gesten – verkörperte Musik» und Martin Fischer-Dieskaus enger fokussierte Darstellung über den italienischen Sonderweg im 19. Jahrhundert.
Für die Autorinnen und Autoren des Basler Bandes ist der Dirigent im Sinne der modernen Medienwissenschaft ein «Musik-Darsteller», Dirigieren also immer zugleich ein «theatraler Akt»: «ein Tanz am Pult, der selber ästhetische Qualität besitzt und sich nicht auf bloße Funktionalität reduzieren lässt» – so die Herausgeber Arne Stollberg, Jana Weißenfeld und Florian Henri Besthorn in ihrem Vorwort. Das ist gewiss richtig, überhöht aber die Bedeutung des «Steuermanns» zum Pultvirtuosen und verengt sie damit zugleich auch wieder. Entsprechend diesem Ansatz stehen anthropologische Fragestellungen – Mimik, Gestik, Körperbilder, Körpersprache, Repräsentanz – im Zentrum auch der ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Uwe Schweikert
Seltsam, dass das im Nationaltheater München keiner komisch findet. Wenn die Solo-Posaune, drastisch vom b übers a und as zum g herabschmierend, postkoitale Erschlaffung illustriert und acht Takte später noch dreimal, im Gestus ähnlich, mit fallender Sekunde von versiegender Manneskraft quäkt. Es ist eine berühmt-berüchtigte Opernszene, unverstellt hat Dmitri...
ARD alpha
08.01. – 20:15 Uhr
Thomas Hengelbrock dirigiert Brahms und Beethoven
Triumphlied op. 55; SymphonieNr. 5 c-Moll op. 67
15.01. – 11.00 Uhr
Frank Peter Zimmermann
und Alvaro Pierri spielen im Kloster Andechs Werke von Manuel de Falla, Mauro Giuliani und Johann Sebastian Bach
22.01. – 11.00 Uhr
Miroslav Srnka: South Pole
Bayerische Staatsoper
22.01. –...
Händels Zeitgenossen taten sich schwer mit seinem musical drama «Hercules», in dem sich Traditionen der Oper und des Oratoriums vermischen. Heute gilt das Werk als eines der packendsten des Komponisten, das sich, anders als zur Zeit Händels, mit den Mitteln des modernen Theaters auch auf der Bühne realisieren lässt. Für Luc Bondy war «Hercules» die erste und...
