Sprechend singen, singend sprechen
Monteverdi mit Jean-Claude Malgoire und Joachim Schlömer in Stuttgart («L’Orfeo») oder unter Attilio Cremonesi in Genf (Nerone in «Poppea»), Händel in München («Acis e Galatea», «Ariodante») und New York («Rodelinda»), Rares von Ferrandini, Cavalli («La Calisto») oder Haydn («Il mondo della luna» unter René Jacobs), daneben immer wieder Mozart, etwa «Idomeneo» an der Met: Die Oper des 17. und 18. Jahrhunderts ist Kobie van Rensburgs Domäne. In Halle führt der Tenor jetzt erstmals selbst Regie – und singt die Titelrolle: in Monteverdis «L'Orfeo».
Herr van Rensburg, Ihr Name klingt holländisch. Woher stammen Sie?
Ich bin in Johannesburg, Südafrika, geboren. Dort wuchs ich in einer mittelständischen Familie auf, konnte viel lernen, auf sehr gute Schulen gehen. Rückblickend weiß ich, wie privilegiert ich war gegenüber vielen meiner Landsleute. Trotz der sehr problematischen politischen Vergangenheit liebe ich meine Heimat, und ich liebe auch Afrikaans, eine sehr schöne, poetische Sprache.
Klingt Ihre Sprechstimme deshalb wie Ihre Singstimme?
Das freut mich sehr, wenn Sie das sagen. Denn die alten Gesangslehrer haben immer betont: «Si canta come si parla», also: Man muss singen, wie man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Würde man die neue «Carmen» in Covent Garden an der Zahl der Hintern messen, die sie auf die Stühle des Royal Opera House lockt, müsste man sie einen spektakulären Hit nennen. Francesca Zambellos Inszenierung gibt dem Publikum Zucker, die Produktion wird sich zweifellos als ebenso langlebige wie profitable Repertoire-Nummer bewähren.
Macht man das Urteil indes an...
Zweiundzwanzig Bühnenwerke Mozarts auf dreiunddreißig DVDs, aufgezeichnet in dreiundfünfzig Tagen – ein Marathon, der sich so schnell nicht wiederholen dürfte. Die Salzburger Festspiele lieferten im Sommer 2006 die Aufführungen dazu. Dass das Ergebnis nicht bloß Masse, sondern auch audiovisuelle Klasse bietet, ist der aufwändigen Aufnahmetechnik zu verdanken:...
Man wusste, dass Werner Hollweg an einer schweren Krankheit litt, für die die Medizin noch keine heilenden Mittel bereithält. Doch wenn dann die Nachricht vom Tod kommt, bleibt die Erschütterung über das Ende gleichwohl schmerzlich, weil sich mit dem Abschied zugleich unvergessene Abende in die Erinnerung drängen. Werner Hollweg, am 13. September 1936 in Solingen...
