Sprechend singen, singend sprechen
Monteverdi mit Jean-Claude Malgoire und Joachim Schlömer in Stuttgart («L’Orfeo») oder unter Attilio Cremonesi in Genf (Nerone in «Poppea»), Händel in München («Acis e Galatea», «Ariodante») und New York («Rodelinda»), Rares von Ferrandini, Cavalli («La Calisto») oder Haydn («Il mondo della luna» unter René Jacobs), daneben immer wieder Mozart, etwa «Idomeneo» an der Met: Die Oper des 17. und 18. Jahrhunderts ist Kobie van Rensburgs Domäne. In Halle führt der Tenor jetzt erstmals selbst Regie – und singt die Titelrolle: in Monteverdis «L'Orfeo».
Herr van Rensburg, Ihr Name klingt holländisch. Woher stammen Sie?
Ich bin in Johannesburg, Südafrika, geboren. Dort wuchs ich in einer mittelständischen Familie auf, konnte viel lernen, auf sehr gute Schulen gehen. Rückblickend weiß ich, wie privilegiert ich war gegenüber vielen meiner Landsleute. Trotz der sehr problematischen politischen Vergangenheit liebe ich meine Heimat, und ich liebe auch Afrikaans, eine sehr schöne, poetische Sprache.
Klingt Ihre Sprechstimme deshalb wie Ihre Singstimme?
Das freut mich sehr, wenn Sie das sagen. Denn die alten Gesangslehrer haben immer betont: «Si canta come si parla», also: Man muss singen, wie man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Kampf ist zwar noch nicht beendet, doch wenigstens darf der Kaiser endlich auf die Bühne: Nachdem das Berliner Kammergericht im Juni 2006 die Nutzung der wiederaufgefundenen Kopie von Vivaldis «Motezuma» freigegeben und damit eine Feuerpause bis zur endgültigen Entscheidung durch den Bundesgerichtshof ausgerufen hat, darf nun das Publikum entscheiden, ob das...
Die Uraufführung von Mozarts «Idomeneo» (1781) ging beinahe auf den Tag genau sieben Jahre vor der britischen Kolonisierung Australiens über die Bühne. Wenn sich die Pinchgut Opera in Sydney dieses Stücks angenommen und dessen Aufführung zu einem wichtigen Ereignis der australischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag des Komponisten gemacht hat, so ist dies auch...
Zugegeben, es sieht gut aus, was Ausstatter Denis Krief auf die Bühne des Staatstheaters Karlsruhe wuchtet. Zugegeben, die Personenführung in der «Götterdämmerung» hat der Regisseur gleichen Namens am sorgfältigsten ausgearbeitet. Trotzdem wird man mit diesem «Ring» szenisch nicht glücklich. Natürlich stellt Krief optische Bezüge zu den vorhergehenden Teilen der...
