Sonnenende
Die Idee hatte Aviel Cahn, seit 2019 Intendant des Grand Théâtre de Genève. Und sie war kühn. Gleich neun verschiedene Institutionen sollten gemeinsam ein Opernlabor ins Leben rufen. Doch das Interesse war groß genug. Die Idee wurde Wirklichkeit, erhielt den Namen «OperaLab» und vereinigte als Mitstreiter unter anderem die Comédie de Genève, die Musikhochschulen in Genf und Neuchâtel, die Genfer Oper selbst, die Hochschule der Künste in Bern (als einzige nicht rein französisch-schweizerische Einrichtung), sowie das HEAD Genève.
Letzteres entstand 2006 als Zusammenschluss der École Supérieure des Beaux-Arts und der Haute École d’Arts appliqués, verfügt über einen eigenen Campus und vor allem über einen beeindruckenden Präsentationsort, eine ehemalige Industriehalle. Dort fand «Huit Minutes» statt, erstes Ergebnis des interinstitutionellen OperaLab.
Der Auftrag war eindeutig zweideutig: Erfindet die Oper neu, wir helfen euch bei den praktischen Dingen. Oder, etwas bescheidener: Findet heraus, was Oper heute für junge Menschen bedeutet. Dafür wählten die beteiligten Partner Alumni aus, die maximal seit fünf Jahren ihren Abschluss haben durften, führten 50 Interviews, formten ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Egbert Tholl
Das war ein kerniger Einstieg. «Verrückt», so lautete diesen Sommer das Motto des Lucerne Festival. Das Luzerner Theater, in das unter der Leitung von Ina Karr ein neues Team eingezogen ist, nahm die Vorgabe beim Wort und wagte sich für die traditionelle Koproduktion mit den Festspielen an Mauricio Kagels «Staatstheater». Mutig war das, weil das kleine Haus über...
Violette Blitze schießen aus zwei gigantischen Drahtsäulen. Es brutzelt und lärmt gewaltig. Auf der Bühne steht ein Tesla-Transformator. Er wirft nicht nur im richtigen Zeitpunkt Funken, sondern setzt, in Tonhöhe wie Rhythmus, zudem elektrische Spannung (inklusive ihrer späteren Entladung) frei. Sein Erfinder Nikola Tesla ist die Hauptfigur von «Electric Saint»....
Diese grandiose Groteske, die György Ligeti nach der Vorlage des flämischen Dramatikers Michel de Ghelderode schuf, lässt offen, wer in diesem absurden Theater nun wirklich der personifizierte Tod des Werktitels ist. Ein charismatischer Gaukler, der all den schrägen Gestalten des heruntergekommenen imaginativen Breughel-Lands einen höllischen Schrecken einjagen...
