Seufzer und Wachsblumen
Es gibt, wie man weiß, die unterschiedlichsten Seufzer. Jene leichten, sehnsuchtsvollen, die «Schlittschuh auf nächtlichem Eis» laufen, wie Christian Morgenstern dies suggeriert. Jene anderen, tief befriedigenden. Und dann auch jene, die sich der Brust schwer entringen, weil sie einen Einschnitt bedeuten, eine Wende im Leben. Ottavia nimmt in Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» auf diese Weise Abschied von Rom. Nikolaus Harnoncourt wollte dies nie gesungen haben, sondern gestammelt, fast erstarrt – als Ausdruck der Unfähigkeit, das Wort «addio» über die Lippen zu bringen.
In ihrem neuen Monteverdi-Album singt Magdalena Kozená das zwar, doch mit einem Ausdruck, der dem Hörer die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Interessant ist, dass sie sich in Dynamik und Agogik ansonsten sehr genau an die Vorgaben des Dirigenten beim Zürcher Monteverdi-Zyklus zu halten scheint.
«L’incoronazione di Poppea» bei den Wiener Festwochen 2000 bedeutete ja auch den internationalen Durchbruch für Magdalena Koze-ná – sie sprang für Anne Sofie von Otter ein, nicht als Ottavia freilich, sondern als Nerone, und unter Marc Minkowski. So ist dieses Monteverdi-Album so etwas wie eine Heimkehr der ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Gerhard Persché
ARD-ALPHA
8.5. – 11.00 Uhr
Zauber der Oboe.
Porträt Albrecht Mayer.
15.5. – 11.00 Uhr
Albrecht Mayer
in concert.
16.5. – 11.00 Uhr
Jonas Kaufmann singt
deutsche Arien.
22.5. – 11.00 Uhr
Lang Lang in China.
Das Konzert in Peking.
29.5. – 11.00 Uhr
Kammerkonzert
in Schloss Haimhausen.
arte
1.5. – 7.35 Uhr
Saint-Saëns: Karneval der Tiere.
Orchestre Philharmonique de Radio France,...
Energie, die mit Farbe nach dem Leben greift: Der Bühnenraum ist voller Scheiben, aufgehängt wie vertikale Perlenketten in geometrischem Raster. Ihr Kolorit changiert, passt sich Ebbe und Flut der Musik an. Links ein wirrer, struwwelbärtiger Mann, die Beine in enormen Klötzen. Ein wenig erinnert er uns an Fafner. Oder an Rübezahl. Er scheint in Gedanken versponnen,...
Glückliches Kiel: Nicht einmal zwei Jahrzehnte sind seit dem letzten «Ring» vergangen, da bietet das Opernhaus seinem Publikum schon eine neue Inszenierung des Zyklus an. Wobei die jetzt im Entstehen begriffene Version – das zeichnet sich nach den Premieren der ersten beiden Teile ab – einen interessanten Kontrast zur vorigen bildet.
Kirsten Harms hatte die vier...
