Seufzer im WC
Eine Teufelin? Eine skrupellose Giftmischerin? Auch das ist Lucrezia Borgia. Doch vor allem ist sie unglücklich. Verheiratet mit einem brutalen Machtmenschen und Mutter eines verheimlichten unehelichen Sohns, dessen Liebe sie sucht, obwohl sie ihm die Wahrheit nicht sagen kann. Am Theater St. Gallen hat der Regisseur Tobias Kratzer Donizettis Stück auf die Bühne gebracht. Während der Ouvertüre zeigt er Lucrezia am Toilettenfenster, wo sie sich fortträumt aus dem goldenen Käfig ihrer Ehe mit Alfonso. Mit dem gleichen Bild endet die Aufführung.
Doch jetzt ist sie am Rand des Wahnsinns: Um sich für eine öffentliche Demütigung zu rächen, hat sie eine Clique junger Männer in die Falle gelockt und vergiftet; zu spät erkennt sie, dass sich ihr Sohn Gennaro unter den Opfern befindet.
Der von Rainer Sellmaier entworfene Bungalow steht irgendwo im heutigen Italien; Alfonso ist ein Industrieller, vielleicht auch ein Mafiaboss. Der einstöckige Bau lässt sich drehen, so dass die großen Fenster den Blick in unterschiedliche Räume freigeben. Drinnen Designermöbel und zeitgenössische Kunst. Ein Blutfleck unter dem Teppich deutet auf die Verbrechen, mit denen Alfonsos Macht und Reichtum erkauft ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Alfred Ziltener
Ein double bill, wie der Engländer die Vorstellung von zwei Werken zu einem Preis nennt, ist der jüngste Abend der Kölner Oper vor allem durch die Potenzierung dessen, was sich schon in den Titeln der Werke ankündigt: Gefangenschaft, Schuld, Unrecht, kirchlicher Machtmissbrauch. Wobei die durchgehende Figur des Großinquisitors alle Momente in sich vereint.
Warum...
Es muss ja gar nicht so schlimm kommen, das meint zumindest der Architekt. Aber jetzt ist die Zahl nun mal in der Welt. 235 Millionen Euro für die Theatersanierung, die Nachricht hat Augsburg in einen Schockzustand versetzt. Dabei gibt es noch so viel anderes, das den Haushalt belastet: die Renovierung der Schulen, die Dauerbaustelle Bahnhof; manches wurde...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Best.-Nr. 752278
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 13.04.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
