Sentiment und Action

Jake Heggies «Moby Dick» mit Ben Heppner in Dallas

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In Texas muss alles groß sein. So hat die Dallas Opera in ihrem 53. Jahr für ihre dritte Uraufführung nach einer besonders gewichtigen Vorlage gegriffen. Den Umzug in das neue, von Norman Foster entworfene Theater feierte man letzten Oktober unverfänglich mit Verdis «Otello», jetzt wurde mit Herman Melvilles «Moby Dick» ein dicker Brocken gewuchtet, der die Möglichkeiten der Bühne voll austestet.



Dabei ist der weiße Wal, der in diesem mit Bibelanspielungen gespickten Roman als Gegenspieler und Nemesis des manischen, vielleicht verrückten Kapitän Ahab fungiert, dem er einst das linke Bein raubte, gar nicht zu sehen. Der finale Kampf mit dem Meeresgiganten wird nur indirekt gezeigt: Virtuelle Boote zerbersten, Seeleute fahren ertrinkend aus dem Bild, der negative Schattenriss des Walfängers Pequod kippt weg. Schließlich verschwindet Ahab zwischen weißem Videorauschen. Nur der Matrose, den man als Greenhorn kannte, rettet sich auf einem Sarg. Mit den berühmten Worten «Call me Ishmael» offenbart er sich dem ihn auflesenden Schiff. Damit beginnt eigentlich der Roman.

In seiner sechsten Oper halten sich Jake Heggie («Dead Man Walking») und sein bewährter Librettist Gene Scheer eng an die ...

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Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Manuel Brug

Vergriffen
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