Schmerzensreich schön
Drei Frauen. Vereint im Leiden an der Welt, an der Liebe, an den Männern. Sämtlich suchen sie ihr Seelenheil im sehnenden, flehenden Gebet, für das Giuseppe Verdi und Pietro Mascagni ihnen die ergreifendste Musik auf die Stimmbänder geschrieben haben; eine Musik, die in dünner Höhenluft schwelgt und schwelt, und das, wenn man so will, chromatisch ansteigend.
Verdis Desdemona schwingt sich in ihrem «Ave Maria» hinauf bis zum zweigestrichenen as, Mascagnis Santuzza schwebt in ihrer bebenden, zwischen Moll und Dur changierenden Romanze aus «Cavalleria rusticana» einen Hauch höher noch zum a, Leonora strebt, um göttlichen Frieden zu erbitten, im B-Dur-Lamento aus dem vierten Akt von «La forza del destino» sogar bis zum b.
Nun sind Spitzentöne beileibe nicht alles. Aber sie geben, zumal wenn sie weniger zelebriert werden, als vielmehr den Seelenkern der Protagonistin freilegen, Auskunft über die Stimme, ihre Konsistenz, ihre Variabilität und Dehnbarkeit, ihre Fähigkeit zu farblichen wie dynamischen Nuancen. Lise Davidsen hat, was das angeht, seit ihrem doch recht durchwachsenen Debütalbum mit den «Vier letzten Liedern» von Richard Strauss einen gewaltigen Schritt gemacht. Ihr Sopran ...
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Opernwelt Juli 2021
Rubrik: CD des Monats, Seite 33
von Jürgen Otten
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Duisburg
«Romeo und Julia»
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62. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752346
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