Schattenriss

Bellini: La straniera Straubing / Theater

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«Begeisterung»? Zu wenig. Auch mit «Fanatismus, Enthusiasmus» komme man nicht weiter. Der Neffe versicherte dem Onkel, «dass keiner dieser Begriffe das Entzücken ausdrücken kann, das diese Musik erregt hat». Nun dürfte der Neffe nicht sonderlich objektiv gewesen sein: Vincenzo Bellini selbst war der Absender, und der Brief kreiste um seine gerade uraufgeführte Oper «La straniera». Scala-Triumph, Nachspiel-Boom, das war’s dann auch schon bald.

Das krude Drama um eine geheimnisumwitterte, blaublütige Fremde, die vergeblich nach Liebe sucht, diente gelegentlich als Diven-Vehikel, zuletzt Edita Gruberova in Christof Loys Regie; bezeichnenderweise fehlen Joan Sutherland und Maria Callas in der Aufführungsgeschichte.

Umso bemerkenswerter, dass nun eine Bühne das Risiko wagt, von der man das am allerwenigsten erwartet hätte. Oder etwa doch? Seit 2008 bringt das Landestheater Niederbayern, an seinen Spielstätten Landshut, Passau und Straubing für die kulturelle Grundversorgung zuständig, regelmäßig Bellini heraus. Am Anfang stand gleich das Gipfelwerk der Gattung: «Norma». Ein Herzensanliegen ist das für Chefdirigent Basil H. E. Coleman, dem Beiläufig- und Gefälligkeit in diesen Partituren ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Markus Thiel

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