Rüschenärmel und Puderperücke

Hommage à Jean-Philippe Rameau: «Les Indes Galantes» mit La Chapelle Harmonique unter Valentin Tournet und ein Soloalbum von Mathias Vidal:«Rameau triomphant»

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Nachgerade undenkbar wäre die französische Barockszene ohne die vielen freien Ensembles, die sich oft um einen Dirigenten scharen, der als starke Gründerfigur fungiert. Als jüngster Zuwachs in der Reihe darf der 1996 geborene Valentin Tournet gelten, der 2017 mit «La Chapelle Harmonique» sein eigenes Orchester und seinen eigenen Chor gegründet hat.

Im Alter von fünf Jahren begeisterte er sich zunächst für das Gambenspiel, nachdem er den legendären Film «Die siebente Saite» mit der von Jordi Savall geleiteten Musik gesehen hatte, bei dem er sich später wichtige Anregungen holen sollte. Erst später kam das Interesse fürs Dirigieren hinzu.

Obwohl Tournet in jungen Jahren Mitglied im Kinderchor der Pariser Oper war, ist es bemerkenswert, wenn er nun mit Jean-Philippe Rameaus «Les Indes galantes» seine erste Operneinspielung vorlegt. Schließlich hat sich La Chapelle Harmonique bislang vor allem der geistlichen Musik verschrieben, insbesondere der Johann Sebastian Bachs. Man kann das durchaus hören in der Aufnahme, in der Tournet das Klassische, auch Höfische betont, sozusagen immer den gemessenen Schritt wahrt. Die Tänze entfacht er vor allem aus ihrer rhythmischen Spannkraft, selbst ...

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Opernwelt August 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Michael Stallknecht

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