Pop im Puppenhaus
Clemens Brentanos Geschichte vom bösen Königssohn Jerum, der guten Hexe Fanferlieschen Schönefüßchen und allerlei buntem Volk, das auf lustige Namen wie Würgipumpa, Fräulein von Ziegesaar, Pumpilirio Holzebocke oder Herr Neuntöter hört, ist eine vertrackte, vielfach verzweigte Geschichte. Alle hängen mit allem zusammen. Wer das komplexe Beziehungsnetz begreifen will, das in diesem wuchernden Märchen ausgebreitet wird, sollte tief einsteigen in die Verästelungen der allegorischen Handlung. Das braucht Zeit und macht Mühe.
Offenbar wollte der Wiener Komponist Kurt Schwertsik dem Publikum solche Anstrengung ersparen, als er Brentanos Erzählung über die Zustände im Lande Skandalia von seinen Librettisten Karin und Thomas Körner im flotten Jargon der frühen achtziger Jahre komprimieren ließ, um den Text zu einer einstündigen Kammeroper verarbeiten zu können. Die Uraufführung stieg im November 1983 am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart – man hatte das Werklein zur Inbetriebnahme der Kammerspiele bestellt (siehe OW 1/1984).
Die feierliche Wiedereröffnung des nach fünfjähriger Bauzeit rundum sanierten Opernhauses in Wuppertal gab nun Anlass, es noch einmal mit dem Fanferlieschen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bis vor wenigen Jahren war sie noch auf der Bühne aktiv, und wer weiß, ob sie, die wir anlässlich ihres 75. Geburtstags als «komödiantisches Urgestein» gewürdigt haben, nicht noch einmal dorthin zurückkehrt. Mit dem Theater ist sie aufgewachsen, im Theater hat sie mehr als ein halbes Jahrhundert gewirkt. Dabei hat die Stimme in 57 Bühnenjahren diverse...
Ein Knall, ein Fall. Als man den Einschlag einer Bombe hört, rauscht der vor dem Orchestergraben hochgezogene Vorhang zu Boden und enthüllt den Besuchern im Parkett, was die in den oberen Rängen, für die das Tuch nicht die ganze Bühne verhüllte, schon wussten: dass das Orchester bei diesem «Nabucco» sich oben befindet, auf einer Tribüne über einer länglichen Box....
Elbflorenz. Das ist natürlich ein Wunschbild, eine Projektion. Aber doch auch ein Stück Realität. Allen Verletzungen, allen Beschädigungen zum Trotz. Wer heute nach Dresden reist, findet sich in einer wunderschönen Stadt. Vielleicht ist Dresden unter allen an einem Strom gelegenen deutschen Städten die majestätischste. Die Zerstörung vom Februar 1945 merkt man ihr...
