Pompöse Bilder

«Mathis der Maler» an der Pariser Opéra Bastille – inszeniert von Olivier Py, dirigiert von Christoph Eschenbach

Opernwelt - Logo

Deutsche Saison in Paris: Mozarts «Zauberflöte» an den Bouffes du Nord (siehe Seite 14), an der Opéra Bastille wächst ein «Ring des Nibelungen» heran, der zweite Anlauf der Opéra National, nachdem ein ehrgeiziges Projekt mit den Regisseuren Peter Stein und Klaus Michael Grüber, damals noch im Palais Garnier, nach der «Walküre» abgebrochen wurde, weil angeblich der Dirigent Georg Solti die weitere Mitarbeit verweigerte.

Da immer wieder geschrieben wird, dass dies nun der erste Pariser «Ring» seit Kriegsende wäre, sei daran erinnert, dass ein kompletter Zyklus schon 1994 am Théâtre du Châtelet zu erleben war, in der Inszenierung Pierre Strossers und mit Jeffrey Tate als Dirigenten. Auch gab es ein Gastspiel der Opéra de Nice mit der «Ring»-Inszenierung von Daniel Mesguich.

Dass der neue Pariser Opernchef Nicolas Joel eine starke innere Affinität zum deutschen Repertoire besitzt, hat er oft selbst bewiesen – mit kompletten «Ring»-Inszenierungen in Wiesbaden, Lyon und Toulouse (zuvor hatte er schon Patrice Chéreau und Pierre Boulez in Bayreuth beim Jubiläums-«Ring» 1976 assistiert). So überrascht es nicht, dass er jetzt dem französischen Opernpublikum eine weitere schwere «germanische» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Gerhard Rohde

Weitere Beiträge
Zepp-Ahoi!

«Wo kann des Himmels Güte uns vor einer Frau, die Schönheit mit Klugheit paart, beschützen?» So wird in Calderón de la Barcas Drama «Über allen Zauber Liebe» gefragt, das die Episode von Odysseus und Kirke aus Homers «Odyssee» aus dem Geiste des Barock neu deutet. In der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel hat das Stück viele Romantiker entzückt, die vom...

«Ich misstraue der Morgenstimmung»

Windschief. Ungeduldig hingefläzt. Die Schiebermütze in den Nacken gedrückt rutscht Krzysztof Warlikowski auf dem Regiestühlchen hin und her, von dem er sich zur Begrüßung nur ganz kurz, für ein sehr müdes Lächeln, erhoben hat. Sein Tag sei schlecht gewesen, entschuldigt er sich. Die Proben zum «Rake’s Progress» von Strawinsky, die er an der Berliner Staatsoper...

Unterm Kitschhimmel, hilflos

Berlioz ohne Orchester ist wie Rembrandt ohne Licht. Deshalb muss man zweifellos dankbar sein, dass das Orchester der Deutschen Oper Berlin die Premiere von «Les Troyens» gespielt hat. Es hätte auch streiken können, denn es befindet sich, wie ein Handzettel am Eingang verkündet, «im offenen Tarifkonflikt». (Wir haben das Thema in dieser Zeitschrift schon...